Das Berufsleben ist lang und oft weniger planbar als es uns eigentlich lieb wäre. Am Anfang sind wir einfach froh, wenn wir die ersten selbst verdienten Euro auf dem Bankkonto haben und langsam unseren Lebensstandard nach oben fahren können. Doch schnell wird klar, dass es nicht allein um das Geld gehen kann.

Die Suche nach der eigenen Berufung, einem Sinn und einer erfüllenden Tätigkeit, steht irgendwann im Vordergrund. Natürlich sollte es auch finanziell einigermaßen passen, aber für den absoluten Traumjob bist du sicherlich bereit, auf ein paar Euro zu verzichten, solange der Spaß an der Arbeit im Vordergrund steht.

Eine berufliche Neuorientierung kann der Schlüssel sein, um sich den Weg ins Glück zu bahnen. Die Motivation dahinter kann unterschiedlich sein: Vielleicht hast du Angst, weil du in einer “aussterbenden” Branche arbeitest und dich daher umorientieren möchte.

Oder du bist nach der Elternzeit plötzlich mehr an einem flexiblen Job interessiert, um die Karriere der Familie unterzuordnen. Vielleicht durchlebst du aber auch eine kleine Midlife Crisis und willst nochmal etwas richtig Sinnvolles machen.

In diesem Ratgeber erkläre ich dir, wie du erkennst, ob für dich eine beruflichen Neuorientierung der richtige Schritt ist. Zudem gebe ich dir Tipps für deinen persönlichen Neuanfang, damit möglichst wenige Steine auf deinem Weg ins Glück liegen.

Allgegenwärtig: Frust, Langeweile und Verzweiflung

Permanente Zufriedenheit im (Berufs)leben ist vermutlich einer Illusion, der man besser gar nicht hinterherjagen sollte. Schnell ist von der Quarterlife Crisis die Rede, wenn junge Menschen nach dem Studium nicht so recht wissen, wie sich ihr beruflicher Weg weiterentwickeln soll. Dabei ist so etwas völlig normal und sollte nicht direkt überbewertet werden.

Wenn du aber dauerhaft unzufrieden bist, kann dich das krank machen. Anbei habe ich ein paar typische Denkmuster zusammengefasst, die signalisieren, dass in deinem Berufsleben etwas grundsätzlich falsch läuft. Solltest du dich in den Formulierungen wiederfinden, ist es ggf. an der Zeit, zu handeln und eine berufliche Neuorientierung anzustreben:

  • Ich hasse meinen Job was soll ich tun?
  • Hilfe! Ich langweile mich auf der Arbeit!
  • Warum empfinde ich plötzlich so viel Stress?
  • Warum das alles? Meinen Job ist sinnlos!
  • Der Job ist anstrengend! Warum bin ich so müde?
  • Mein Beruf? Frage nicht! Die absolute Hölle!

Frust, Langeweile und Verzweiflung sind die häufigsten Symptome, über die unzufriedene Menschen im Berufsleben klagen. Auslöser könnte eine Über- oder eine Unterforderung sein bzw. auch ein Desinteresse an der ausgeübten Tätigkeit.

All dies sind Phänomene, die sowohl temporär als auch dauerhaft auftreten können. Du solltest dich also fragen, ob die Probleme grundsätzlich bestehen oder vorübergehend sind. Nicht immer ist es ratsam, direkt alles zu hinterfragen und über den Haufen zu werfen.

Nur wenn du dir sicher bist, dass du langfristig nicht mehr glücklich in deinem Job wirst und die genannten Denkmuster allgegenwärtig erscheinen, solltest du eine berufliche Neuorientierung anstreben.

Deutsche sind die unzufriedensten Arbeitnehmer

Studien haben ergeben, dass die Arbeitnehmer in Deutschland von einer besonderen Lustlosigkeit geplagt zu sein scheinen. Der SPIEGEL bezeichnet die deutschen Arbeitnehmer als “Frustweltmeister” und die BILD stellt fest, dass rund die Hälfte aller Personen in Deutschland mit ihrem Job unzufrieden ist. Doch woran liegt das?

Psychologen sehen vor allen Dingen einen Wandel der Arbeitswelt als Ursache für diese erschreckende Situation. Waren früher vor allen Dingen die Höhe des Einkommens und die Sicherheit des Arbeitsplatzes zentrale Kriterien, geht es inzwischen vielen Erwerbstätigen so, dass sie nach Flexibilität streben und vor allen Dingen auch einen Sinn suchen.

Besonders das Potential, sich selbst verwirklichen zu können, steht heute viel eher als früher im Fokus. Arbeitgeber haben aber scheinbar noch nicht verstanden, worauf es dabei wirklich ankommt. Es geht nicht nur darum, Benefits wie z.B. kostenloses Obst oder ein Dienstfahrrad zur Verfügung zu stellen – darüber kann sich keiner selbst verwirklichen.

Flexible Arbeitsmodelle, nachhaltige Strukturen und vielfältige Entfaltungsmöglichkeiten zeichnen den Beruf der Zukunft aus. Viele Unternehmen sind darauf aber noch nicht eingestellt und das sorgt für jede Menge Frust bei den Arbeitnehmern.

Eine Weile kann man vielleicht diesen Zustand ertragen, doch mit der Zeit belastet eine solch unbefriedigende Situation den Menschen enorm.

Demografisch lassen sich dabei durchaus Unterschiede feststellen. Generell gilt: Je jünger eine Person ist, desto eher ist sie bereit dazu, Sicherheit gegen Flexibilität einzutauschen. Wer schon dutzende Jahre seines Berufslebens hinter sich hat, kann sich aber natürlich auch irgendwann eingeengt fühlen und einen Ausweg aus dem viel zitierten Hamsterrad suchen.

Du solltest allerdings erneut nicht vergessen, dass Unzufriedenheit ein temporärer Zustand sein kann, den man vielleicht auch einfach mal ertragen muss. Vielleicht rührt deine Unzufriedenheit mit deinem Job ja auch daher, dass du Probleme mit deinem Vorgesetzten oder anderen Mitarbeitern hast. Dann wäre es sinnvoller, auf eine Kommunikationsstrategie zu setzen, anstatt direkt nachzugeben und sich beruflich neu zu orientieren.

Handle bloß nicht aus einem Impuls heraus!

Kündigen ohne Plan B? Das ist alles andere als eine gute Idee! Eine solch wichtige Entscheidung solltest du nicht aus dem Bauch heraus treffen. Wichtig ist, dass du deine Situation gründlich evaluierst und auf in verschiedener Hinsicht auf den Prüfstand stellst.

Ich habe eine Liste an Fragen und einen Berufstest für Erwachsene für dich vorbereitet, die dir dabei helfen soll, deine Lage besser einzuschätzen und daraus die für dich richtigen Maßnahmen abzuleiten. Es kann sehr hilfreich sein, wenn du dir einen Stift zur Hand nimmst und die Fragen schriftlich beantwortest. So kannst du nach einiger Zeit prüfen, ob sich die Situation verändert hat.

Folgende Fragen solltest du dir unbedingt selbst stellen, bevor du eine berufliche Neuorientierung in Angriff nimmst:

  • Was stört mich konkret an meinen Job?
  • Haben die Probleme mit den Kollegen, dem Chef oder der Tätigkeit zu tun?
  • Was kann ich bereits heute ändern?
  • Gibt es Positionen innerhalb des Unternehmens, die mich interessieren?
  • Ist eine berufliche Neuorientierung die einzige Alternative ?
  • Was erhoffe ich mir persönlich durch eine neuen Karriereweg?
  • Welche Konsequenzen hat eine Neuorientierung für meine Zukunft?
  • Wie möchte ich eigentlich leben?
  • Wer bin ich, wofür stehe ich und was sind meine Werte?
  • Was möchte ich am Ende meiner Tage beruflich erreicht haben?
  • Kann ich meine Träume auch nebenberuflich ausleben?
  • Habe ich Ziele, von denen ich immer spreche, die ich mir aber nie zugetraut habe?
  • Auf was bin ich bereit im Leben zu verzichten?

Besonders das Auseinandersetzen mit den Konsequenzen eines Neuanfangs ist sehr wichtig, um sich der Tragweite seiner Entscheidung bewusst zu werden. Vielleicht kennst du die Metapher vom Gras auf der anderen Seite, das immer grüner erscheint. Gemeint ist, dass man etwas Neues fälschlicherweise als zu positiv einschätzt und etwaige negative Folgen im Vorfeld ignoriert.

30, 40 oder 50 – spielt das Alter eine Rolle?

Unzufriedenheit mit dem eigenen beruflichen Werdegang kann in jeder Altersgruppe auftreten. Du solltest nicht einen Fehler machen und denken, dass du zu alt für ein Neuanfang sein könntest, auch wenn du vielleicht schon 40 oder 50 bist.

Der Arbeitsmarkt unterliegt einer dauerhaften Veränderung und für motivierte Mitarbeiter gibt es eh kaum eine echte Altersobergrenze. Tatsächlich suchen gerade ältere Menschen häufig nach einer neuen Herausforderung, weil sich bei ihnen der Frust schon viel länger aufstaut als bei 30-Jährigen, die erst seit ein paar Jahren im Berufsleben stehen.

Eine berufliche Neuorientierung ist zwar nicht direkt eine Frage des Alter, kann aber einen Einschnitt bedeuten, was den Verdienst angeht. Wer mit 40 oder 50 schon eine Familie hat, kann sich einen solchen neuen Lebensabschnitt vielleicht finanziell gar nicht erlauben oder muss ihn mit weniger Tempo (z.B. nebenberuflich oder in der Freizeit) angehen. Das kann natürlich aber auch auf einen 30-Jährigen zu treffen.

Je älter du bist, desto mehr Qualitäten kannst du einbringen. Egal, auf welchem Fachgebiet du bisher deine Erfahrung gesammelt hast – ein “alter Hase”, der seine Expertise im Bewerbungsgespräch gut verkaufen kann, hat damit vielleicht sogar einen Vorteil gegenüber seinen jungen Mitbewerbern.

Diese haben auch noch kaum Erfahrung auf dem neuen Fachgebiet und wissen zudem bisher gar nichts über die Arbeitswelt. Eine Bewerbung als Quereinsteiger kann in so einem Fall sogar von Vorteil sein.

In jedem Fall lässt sich festhalten, dass das Alter keine Ausrede und kein Hemmschuh sein sollte, der deine Perspektiven ausbremst. Wenn du dir sicher bist, dass eine berufliche Neuorientierung für dich der richtige Schritt ist, lasse dich davon nicht abbringen.

Berufliche Neuorientierung in 5 Schritten

Das Schwierigste an einer beruflichen Neuorientierung ist die große Unsicherheit. Es handelt sich schließlich um einen Sprung ins kalte Wasser und dir fehlt vielleicht ein “Masterplan”, der dir als Orientierung dient, um dein Ziel zu verfolgen.

Die gute Nachricht: Genau so einen Leitfaden habe ich für dich zusammengestellt. Mein 5-Schritte-Plan zeigt dir, wie die berufliche Neuorientierung gezielt angehen kannst. Die Umsetzung obliegt natürlich immer noch dir. Aber mit einer festen Marschroute wird alles schon viel einfacher.

Folgende Schritte solltest du nacheinander bei deiner beruflichen Neuorientierung umsetzen

  1. Mind-Set etablieren
  2. Selbstreflektion betreiben
  3. Optionen prüfen
  4. Durchführung planen
  5. Berufliche Neuorientierung umsetzen

Im Folgenden schauen wir gemeinsam noch einmal auf jeden Punkt dieser To-Do-Liste im Detail, damit du verstehst, was sich genau hinter den einzelnen Schritten verbirgt.

Mind-Set etablieren

Der erste Schritt hört sich vielleicht direkt ein bisschen esoterisch für dich an. Gemeint ist nicht, dass du anfängst zu meditieren oder über den Sinn des Lebens nachdenkst. Dein Mind-Set ist viel eher dein Werkzeugkoffer, der dich dabei unterstützt, die Weichen für deine berufliche Neuorientierung zu stellen.

Sorge dafür, dass du Optimismus fasst und Glauben sowie Mut in deinen Neuanfang steckst. Mentale Blockaden sind am Anfang normal, aber du musst dich so schnell es geht davon lösen können. Wenn du deine berufliche Neuorientierung nur halbherzig angehst, wirst du es am Ende vielleicht doch nicht richtig durchziehen.

Selbstreflexion betreiben

In einem vorherigen Abschnitt habe ich dir bereits ein paar Fragen an die Hand gegeben, mit denen du deine eigene Situation besser beurteilen kannst. Nun ist die Zeit gekommen, dies mit noch mehr Leben zu füllen. Du musst dir über deine persönlichen Stärken und Werte im Klaren sein, bevor du den beruflichen Neuanfang umsetzt.

Finde für dich selbst heraus, worin deine Leidenschaft liegt und was dir wirklich Spaß macht. Jetzt soll sich schließlich eine Menge für dich zum Besseren (!) verändern. Wenn du noch gar nicht weißt, worauf du wirklich Wert legst, könnte deine berufliche Neuausrichtung langfristig nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Optionen prüfen

Jetzt beginnt langsam die heiße Phase. Wenn du dir sicher bist, was dir wichtig ist, kannst du mit dem Stöbern nach Optionen beginnen. Dabei solltest du ruhig kreativ werden und auch Möglichkeiten unter die Lupe nehmen, die dir auf den ersten Blick vielleicht abwegig erscheinen.

Bei deiner Suche lohnt es sich nicht nur, Stellenanzeigen im Internet zu durchforsten. Tausche dich auch mit Personen aus, die bereits deinen neuen Traumberuf ausüben und frage sie ein bisschen aus. So kannst du gut herausfinden, ob deine Annahmen sich mit den tatsächlichen Gegebenheiten im Alltag decken.

Durchführung planen

Es wird ernst. Sobald du einige Optionen gefunden hast, die besonders interessant sind, musst du damit beginnen, die Durchführung zu planen. Wenn du die nötigen Qualifikationen für die von dir anvisierte Stelle bereits mitbringst, kannst du direkt eine Bewerbung schreiben.

Vor einer beruflichen Neuorientierung kann aber ggf. auch erstmal eine Umschulung bzw. Weiterbildung erforderlich sein. Damit kannst du schon beginnen, bevor du deine Zelte bei deinem bisherigen Arbeitgeber abbrichst.

Du musst ihn darüber noch nicht einmal in Kenntnis setzen. In der Regel werden solche Weiterbildungen am Wochenende angeboten. Falls dies nicht der Fall ist, musst du ggf. Urlaub nehmen, um die Grundlage für deine berufliche Neuausrichtung zu schaffen.

Berufliche Neuorientierung umsetzen: Ich drücke die Daumen, dass es dir gelingt, eine interessante Option für deinen Neustart zu finden. Dann musst du natürlich nach der Planung auch die Umsetzung konkret in die Hand nehmen. Das wird mindestens Zeit kosten und vielleicht sogar ein finanziellen Investment voraussetzen. Aber du machst es, weil du dir sicher bist, dass mit dem beruflichen Reset auch deine Zufriedenheit zurückkehren wird.

Verliere dein Ziel nicht aus den Augen, auch wenn es mal Rückschläge geben sollte. Bleibe am Ball und versuche alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um deine Neuausrichtung weiter voranzutreiben. Dir stehen alle Möglichkeiten offen und niemand kann dir vorschreiben, was du brauchst, um wirklich glücklich im Beruf zu sein.

Meine Tipps für deinen persönlichen Neuanfang

Du hast es schon weit gebracht und deine berufliche Neuausrichtung nimmt langsam Formen an. Es gibt aber noch ein paar Tipps für deinen persönlichen Neuanfang, die ich dir auf jeden Fall mit auf dem Weg geben möchte.

Solltest du dir unsicher sein, wie du beginnen kannst, etwas zu verändern oder wenn du nach Ratschlägen suchst, die dir vor und in dieser Zeit der Veränderung helfen, findest du hier die richtigen Lösungsansätze.

Komfortzone verlassen

Auch wenn dich dein bisheriges Berufsleben vielleicht gestresst hat, handelt es sich immer noch um deine Komfortzone. Du bekommst monatlich dein Gehalt, musst dir keine großen Sorgen machen und alles könnte so weitergehen – auch wenn du vermutlich alles andere als zufrieden bist.

Mache diesen Fehler nicht, sondern zwinge dich dazu, aktiv aus der Komfortzone herauszukommen. Das gilt übrigens für alle Lebensbereiche. Wer sich immer Dinge vornimmt, diese dann aber doch nicht in Angriff nimmt wird träge – und Trägheit kannst du dir bei einem beruflichen Neuanfang nicht erlauben.

Inspiration suchen

Bücher, Podcasts, Videos & viele andere Inhalte sind eine perfekte Inspirationsquelle für dich in einer Zeit des Wandels. Du kannst z.B. versuchen, von Menschen zu lernen, die bereits einen Neuanfang gewagt haben. So vermeidest du Fehler und wirst erkennen, dass du mit etwaigen Problemen nicht allein bist.

Sabbatical anfragen

Wenn du spürst, dass dir im Leben etwas fehlt, du aber deshalb nicht alles hinterfragen möchtest, was du dir aufgebaut hast, kannst du bei deinem Chef nach einem Sabbatjahr fragen. Bei einem solchen Sabbatical hast du die Chance, für eine gewisse Zeit aus dem Berufsalltag auszubrechen und dich auf das zu fokussieren, was dir wirklich Spaß macht und Erfüllung bietet.



Träume visualisieren

Einer gern genutzte Strategie, um Ziele greifbarer zu machen und neue Motivation zu schöpfen, ist die Visualisierung von Träumen. Stelle dir vor, wie die Zeit nach deiner beruflichen Neuausrichtung aussieht und wie dein Leben sich dann verändert. Wenn dir irgendwann mal die Energie ausgehen sollte, kannst du auf diese Bilder in deinem Kopf zurückgreifen.

Netzwerken hilft

Für einen beruflichen Neuanfang braucht man nicht zwangsläufig ein großes Netzwerk – aber schaden kann es natürlich nicht, wenn man die richtigen Personen kennt. Mit dem Netzwerken kannst du schon beginnen, während du andere Maßnahmen noch gar nicht getroffen hast. Es kann der erste Schritt sein, um in einer neuen Branche Fuß zu fassen.

Über Portale wie XING und LinkedIn kannst du schnell Kontakte sammeln und mit Personen zusammenkommen, die dir auf deinem neuen beruflichen Weg weiterhelfen werden. Auf den genannten Plattformen gibt es auch Gruppen, in denen du dich austauschen kannst, um wertvolle Informationen und Tipps zu erhalten.

Scanner und HSPs: Ein Sonderfall!

Du hast den Eindruck, dass du schnell gelangweilt bist und dich bei Routineaufgaben schnell unterfordert fühlst? Dann bist du vielleicht ein Mensch, der die sogenannte Scanner-Persönlichkeit aufweist. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Vielbegabung – ein besondere Form der Hochbegabung. In Abgrenzung dazu gibt es auch noch hochsensible Personen, die ebenfalls einige besondere Charaktereigenschaften aufweisen.

Scanner-Persönlichkeit

Menschen mit Scanner-Persönlichkeit werden häufig als unentschlossen und wankelmütig aufgefasst. Dabei sind sie eigentlich nur sehr vielseitig interessiert und haben daher Schwierigkeiten, sich auf ein bestimmtes Gebiet festzulegen, das ihre volle Aufmerksamkeit verdient.

Wer über die Scanner-Persönlichkeit verfügt, empfindet den Drang nach Veränderung im Berufsleben vermutlich als besonders stark. Solche Personen sind dementsprechend ggf. mehrfach im Laufe des Lebens an einer beruflichen Neuausrichtung interessiert sein.

Hast du das Gefühl, dass du solche Eigenschaften aufweist? Dann solltest du nicht versuchen, dich in bestehende Muster einzufügen und deine wertvolle Persönlichkeit zu unterdrücken. Suche dir am besten einen Job mit vielfältigen Aufgaben, in dem du dich immer wieder neu selbst verwirklichen kannst.

Hochsensibilität

Hochsensible Personen reagieren viel empfindlicher auf äußere Einflüsse, was einen Einfluss auf die emotionale Stabilität der betroffenen Menschen haben könnte. Es handelt sich allerdings nicht um eine psychische Störung, sondern vielmehr um eine interessante Charaktereigenschaft, die viele besondere Fähigkeiten (z.B. ein besseres Einfühlungsvermögen) mit sich bringen kann.

Wenn du Hochsensibilität bei der vermutest, wirst du vielleicht schon festgestellt haben, dass dich gewisse Situationen im Berufsalltag mehr stressen als deine Kollegen. Du reagierst vielleicht viel genervter auf Geräusche im Großraumbüro oder nimmst Neckereien als sehr verletzend war, obwohl dahinter kein böser Gedanke steckt.

Wer hochsensibel ist, kommt vielleicht häufiger mal an einen Punkt, wo er (oder sie) sich nach beruflicher Neuorientierung sehnt, um endlich aus einem Zustand zu entkommen, der als sehr belastend empfunden wird. Es ist wichtig, dass betroffene Personen sich darüber klar werden, welche Situationen in ihnen Stress auslösen und welcher Ausweg angestrebt wird.

Bei der beruflichen Neuorientierung solltest du darauf achten, dir eine persönliche Komfortzone zu schaffen, innerhalb derer du die positiven Eigenschaften der Hochsensibilität nutzen kannst. Hochsensible Menschen arbeiten z.B. häufig im Home Office produktiver als im Büro. Wenn dein bisheriger Arbeitgeber dies nicht ermöglicht, musst du bei deiner beruflichen Neuorientierung genau an dieser Stelle ansetzen.