Es ist eine unvorstellbare Zäsur im Studium. Wegen Corona gibt es jetzt Erstsemestrige, die noch keine Universität besucht haben. Der ganze Unterricht wird online durchgeführt und die Geduld wird mit all diesen Online-Veranstaltungen und Online-Unterrichten öfter strapaziert.

Da kommt man schon gewollt oder ungewollt auf den Gedanken, das ganze Studium abzubrechen. Wenn Du mit Deinem aktuellen Studium nicht zurechtkommst, lohnt es sich alles durch den Kopf gehen lassen und überlegen, ob das Studium weitergehen soll oder nicht. 

In diesem Artikel werfe ich zusammen mit Dir einen Blick auf die Gründe, die Dich sowohl zur Fortsetzung, als auch zum Abbruch des Studiums bewegen können. 

Ich lasse gemeinsam mit Dir diese Gründe das Revue passieren: Was willst Du mit dem Studium erreichen? Welche Argumente sind dabei ausschlaggebend? Hoffentlich hilft Dir das eine richtige Entscheidung zu treffen und ich kann etwas Last von Deinen Schultern nehmen.

Gründe, ein Studium abzubrechen

Es gibt viele Gründe ein Studium abzubrechen: Das Studiengangangebot ist ungenügend, die Inhalte des Studiums sind wenig inspirierend oder Du hast schlichtweg keine Lust mehr auf das vorhandene Angebot der Uni.

Die Gründe können vielfältig sein und es sollte für Dich eine Überlegung sein, ob Du Deinen geplanten Weg weiterhin verfolgen willst oder nicht. Auch wenn es noch nicht in Deinen Plan passt, solltest Du Dir über einen Studienabbruch Gedanken machen. Denn welchen Sinn hat es zu studieren, was nicht Deinem Traum entspricht und in Zukunft kein gutes Gehalt garantieren kann?

1. Keinen Job in Zukunft garantiert

Die Technologien entwickeln sich blitzschnell. Die Informationen vermehren sich ständig nach dem Schneeballeffekt und die Kenntnisse, die man sich an der Universität bzw. an der Hochschule aneignet, sind meistens nach dem Studium heutzutage hinfällig.

Ohne aktuellen Kenntnisse sind die Chancen für einen guten Job mit einem lukrativen Gehalt sehr niedrig. Selbstverständlich taucht dann im Kopf eine Frage über den Studienabbruch auf und man beginnt zu grübeln und zu bezweifeln. Der „Zweifelwurm” beginnt zu nagen. 

2. Probieren geht über Studieren 

Auf dem heutigen Arbeitsmarkt wird kein reines Wissen, sondern Erfahrungen, also praktisches Wissen geschätzt. Denn es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden. Wenn das Studium zudem aus zu viel Theorie besteht, dann ist es nicht nur trocken, sondern auch nicht praktisch.

Außerdem wäre es wichtiger, zu lernen, relevante Informationen selbst auszusuchen und die erhaltenen Informationen auf eigene Faust zu analysieren. Das Wissen bestimmter Tatschen kann jederzeit nachgeholt werden, wenn die Kompetenzen zur selbständiger Arbeit und Recherche herausgebildet wurden. 

3. Digitalisierung auf dem Vormarsch

Die Digitalisierung und die 4. industrielle Revolution bringen neue Berufe mit sich. Alte Berufe verschwinden oder werden in Zukunft computergestützt ausgeführt.

Die Maschinen werden intelligenter. Die Digitalisierung wird überall präsent. Und in Zukunft wird sie ein aussagekräftiges Argument gegen das klassische Studium sein. Das ist bereits heute spürbar, wenn das klassische Geld mit elektronischem Geld, z.B. Prepaid-Kreditkarten bzw. kontaktloses Bezahlen ersetzt wird. 

4. Studentenjob – weder Fisch, noch Fleisch

Wenn man Student ist, hat man sicherlich wenig Geld und einen Studentenjob anzunehmen, kommt da gerade recht. Das ist sicher gut, aber diese Studenten leben ein Doppelleben: Sie studieren an der Uni und arbeiten nebenbei als Kellner etc. Im Endeffekt kann es dazu führen, dass fürs Studium einfach keine Kraft mehr bleibt.

5. Gute Noten vs. Unternehmergeist

Gute Noten sind ein wichtiger Bestandteil der Zukunft des Einzelnen. Werte wie Fleiß, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sind in vielen Berufen besonders gefragt. Was passiert aber mit den Menschen, die fleißig vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang arbeiten, jedoch nicht gelernt haben, das Risiko einzugehen?

Manche Studenten sind mit ihrem Studium wegen schlechten Noten unzufrieden und wollen unbedingt etwas daran ändern. Dann lassen sie das Studium hinter sich, verlassen ihr altes Leben und starten eine eigene Firma.

Sie können keine Sterne vom Himmel reißen und sich eher faul, als fleißig, jedoch haben sie einen Unternehmergeist und sind bereit, auf eigenes Risiko neues Projekt oder neues Produkt auf den Markt zu bringen. Die klugen Köpfe mit guten Noten werden dann von diesen unternehmenslustigen Führungskräften dann eingestellt.

6. Mehr als nur Lagerarbeit

Mit dem Studium vom Bachelor of Arts lässt sich in Deutschland nicht viel Geld verdienen. Das liegt auch daran, dass viele Studiengänge auf der Abschlussprüfung basieren und sehr theoretisch ausgerichtet sind.

Die Wirtschaft in Deutschland braucht gut ausgebildete Menschen, die die Fachkräfte der Zukunft geben. Der Beruf des Industriemechanikers ist z.B. eine solche Tätigkeit. Wegen Corona sind jetzt auch u.a. logistische Berufe gefragt, beispielsweise Lagermitarbeiter oder Staplerfahrer. Trotz der digitalen Revolution sind die Chancen für Fachkräfte ohne das Studium gut.

7. Statisches Denken

Das Studium gibt Fakten, statische Informationen. Das Leben und die Unternehmenskultur sind dynamisch. Dank der bundesweiten Demos am Freitag für die Umwelt ist der Freitag als Studientag bereits ausgefallen.

Das Bildungssystem ist in der Krise. Das Studium führt zu Kompromissen und zu Verlusten der jungen Menschen in Zukunft. 

Wer führt, muss die Perspektive ändern. Du musst eine andere Denkweise haben und bereit sein, auch mal etwas aufzugeben. Du muss die ganze Dynamik des Lebens und der Unternehmenskultur nutzen. Nur in diesem Fall wird das Studium mit der nachhaltigen Zukunft nicht konfrontiert.

8. Langjährige Investitionen, die sich nicht immer lohnt….  

Im Moment liegt der Wert eines Bitcoins bei 49,760 Euro. Wenn Du im Jahr 2012 fünf Bitcoins zu 5 Euro gekauft hättest, hättest Du eine runde Summe bei einer Investition von ein paar Euros.

Das Problem ist, dass Du nicht kennst, was in Zukunft gewinnbringend sein wird. Man weiß nicht, in welchen Beruf investiert werden soll, um finanzielle Unabhängigkeit zu haben.

Studium abbrechen: 8 Gründe dagegen…

Für viele ist das Studium eine große Herausforderung. Doch es gibt auch Menschen, die diesen Kampf nicht aufgeben und das Studium unbedingt abschließen möchten. Warum ist das so?

1. Das Studium dauert das ganze Leben lang

Das Studium dauert das ganze Leben lang. Es ist wichtig, das Studium abzuschließen. Das Ziel ist es, einen Abschluss zu erreichen. Es gibt viele Fächer und Bereiche, um sich weiterzubilden. Diese psychologische Einstellung gilt im Laufe des ganzen Lebens. Selbst im hohen Alter kann man noch etwas lernen.

2. Wer „A“ sagt, muss auch „B“ sagen

Wer „A“ sagt, muss auch „B“ sagen. Das gilt für ein Studium genauso wie für jeden andere Lebenssituation! 

3. Zertifizierte Berufe

Im Studium erfährt man, wie die Welt funktioniert. Natürlich kann man jederzeit aufhören zu studieren, aber man kann nicht einfach in die Berufswelt hinaustreten und sagen: „Ich weiß jetzt alles“. Würdest Du selber den Zahnarzt, der seine medizinische Ausbildung abgebrochen hat, besuchen?

4. Neue Perspektiven 

Studieren im Ausland bringt mehr als nur ein neues Land und eine neue Sprache mit sich. Neben dem intensiveren Studium lässt sich das Leben in einem fremden Land auch als Gelegenheit zum Erweitern der persönlichen Netzwerke nutzen. Am Ende des Auslandssemesters kehrst Du gestärkt zurück in Deine Heimat.

5. Kritisches Denken

Das Studium entwickelt das analytische Denken. Das ist gut für die Entscheidungen, z.B. Triage-Entscheidungen. Triage bedeutet, dass die Mediziner sich entscheiden müssen, welchem Patienten aus Kapazitätsgründen geholfen werden kann. Kein leichtes Dilemma, oder? Um solche Entscheidung zu treffen, muss man die Fragen von allen Seiten kritisch betrachten.

6. Fachkenntnisse am richtigen Ort und zu richtigem Zeitpunkt 

Kennst Du die Geschichte über den Zug, der von einem Spezialisten nur durch einen Hammerschlag repariert wurde. In der Rechnung stand 1000 Euro mit solcher Erklärung: Hammerschlag 1 Euro, Fachwissen 999 Euro. 

7. Zukunftsorientiertes Studium

Zukunftsorientierte Studienrichtungen sind gefragt, wie z. B. die Fachkräfte im Bereich Cloud Computing. Die Verantwortung für Technologie, Programmierung und Sicherheit wird in Zukunft weiter steigen, daher ist es durchaus sinnvoll auf diesem Gebiet ein Studium fortzusetzen.

8. Angst

Es wird immer schwerer einen Job zu finden – man hat einfach Angst das Studium abzubrechen und aus diesem Grund wird es fortgesetzt.

Fazit

Das Studium kostet Zeit, Geld und Nerven. Im Grunde genommen geht es beim Studium um langjährige Investitionen. 

Es gibt einige bekannte Personen, die das Studium abgebrochen und Erfolgt erreicht haben. Ist es eine Ausnahme, die die Regel bestätigt? Ob das Studium fortgesetzt werden soll oder nicht? 

Die Stimmung einiger Erstsemester ist auf dem Nullpunkt, denn man verliert den Geist der Studenten. Die 2G bzw. 3G Partys sind keine echte Alternative für den lebendigen Gedankenaustausch und Zusammensein.

Inzwischen verlassen tausende Studenten ihr Studium, um sich selbständig zu machen oder in Unternehmen einzusteigen.

Auch die besten Abschlussnoten sind für das Berufsleben nur der erste Schritt. Wer ein Studium fortsetzen möchte, sollte dies frühzeitig planen und sich beraten lassen. Oftmals geht es dabei nicht um das ursprüngliche Fachgebiet, sondern um einen anderen Studiengang. Psychologische Einstellung ist bei einem solchen Wechsel wichtig und kann den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen.

Wenn man beim Studium nicht glücklich ist und fühlt man sich gezwungen, zur Uni zu schleppen, dann wäre ein Abbruch des Studium auf Zeit eine Option. Man braucht ab und zu Zeit, sich zusammenzureißen. Allerdings wäre dies nur eine Zwischenentscheidung.

Die endgültige Entscheidung solltest Du ganz alleine treffen. Studium ist kein Selbstläufer. Egal ob man nun nach dem Abi eine Ausbildung macht oder direkt an der Uni studiert, es kommt immer auf vieles an. Zum Beispiel auf die richtige Entscheidung: Fortsetzen oder abbrechen?

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