Viele Menschen erleben zumindest einmal in ihrem Leben eine echte Sinnkrise. Die wohl bekannteste Form des Tiefs ist die sogenannte Midlife-Crisis.

Dabei ist das mittlere Alter nicht nur der Lebensabschnitt, an dem wir vielfach unseren Karrierehöhepunkt erreichen, sondern auch die Zeit, in der wir eine Fülle von Aufgaben gleichzeitig managen müssen.

Neben einem anspruchsvollen Berufsleben gilt es oftmals Kinder oder pflegebedürftige Angehörige zu unterstützen und sozialen Verpflichtungen nachzukommen.

Gleichzeitig überkommen uns besonders in der Lebensmitte Zweifel, ob wir die richtigen Entscheidungen getroffen haben und ob wir unser Leben so leben, wie wir es uns erträumten.

Doch welche Ursachen stecken wirklich hinter einer solchen Lebenskrise, wie geht man mit dem Problem am besten um und mit welchen Tipps und Tricks lässt sich das Tief schnellstmöglich überwinden?

Die Ursachen hinter der Sinnkrise

Die Ursachen einer Sinnkrise sind individuell und hängen von unterschiedlichen Faktoren ab. Bei vielen Menschen steckt hinter der Lebenskrise ein Mangel an Perspektiven und eine schleichende Resignation, die bestehenden Umstände zu ändern.

Vielfach sind jedoch auch Ereignisse wie Partnerschaftskonflikte oder der Tod eines geliebten Menschen für die Sinnkrise verantwortlich. Das Tief führt hierbei zu einem Kontrollverlust, der sich in einem Mangel an Selbstvertrauen bemerkbar macht.

Unbehandelt kommt es zu Angststörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Antriebslosigkeit, Langeweile, Depressionen sowie einer geminderten Lebensqualität. Wie lange die Krise anhält, wird maßgeblich davon bestimmt, wie der Betroffene mit dem Problem umgeht.

Je besser es dem Betroffenen gelingt, die eigenen Gefühle wieder wahrzunehmen und aus der Opferrolle auszubrechen, desto schneller lässt sich die Sinnkrise auch bewältigen.

Risikofaktor Beruf

Eine der häufigsten Ursachen einer Sinnkrise ist die eigene Karriere. Nach vielen Jahren im Berufsleben bemerken Betroffene vielfach, dass ihre weiteren Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt sind.

Dies fördert die Unzufriedenheit mit der aktuellen Position und kann eine tief greifende Enttäuschung auslösen. Betroffene neigen dazu, innerlich zu kündigen und sich nur noch widerwillig in die Arbeit zu schleppen.

Gleichzeitig haben besonders erfolgreiche Männer mit einem enormen Leistungsdruck zu kämpfen. Sie hadern mit der Rolle des Ernährers, wobei hohe Gehälter auch ein hohes Pensum an Überstunden und unzählige Geschäftsreisen nach sich ziehen.

Betroffene fühlen sich nach etlichen Jahren im Job ausgelaugt und stellen sich die Frage, warum man die Strapazen überhaupt auf sich nimmt.



Risikofaktor Mehrfachbelastung

Vielfach steckt auch eine drückende Mehrfachbelastung hinter der Lebenskrise. Dabei stehen noch immer insbesondere Frauen unter dem Druck, familiäre und berufliche Anforderungen miteinander zu kombinieren.

Wurde die Kinderplanung aufgrund der Karriere nach hinten verschoben, entsteht mit zunehmendem Altem oftmals ein innerer Konflikt, die eigene sowie die gesellschaftliche Erwartungshaltung erfüllen zu müssen.

Wie beeinflusst das Alter eine Sinnkrise?

Auch wenn Sinnkrisen häufig im mittleren Alter auftreten, so sind anhaltende Tiefs nicht an ein bestimmtes Alter geknüpft. So erfahren auch viele Menschen Mitte 20 oder 30 eine echte Lebenskrise, die eine große Unzufriedenheit auslöst.

Dennoch nimmt die Häufigkeit der Krisen in der Lebensmitte zu. Dies wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Nicht nur Frauen sind aufgrund der Menopause im Alter Hormonumstellungen ausgesetzt.

Auch bei Männern verringert sich der Testosteronspiegel im Laufe der Zeit, wobei das Altern noch weitere Begleiterscheinungen wie eine verstärkte Faltenbildung, eine Gewichtszunahme sowie das Ergrauen oder den Ausfall der Haare mit sich bringt.

Die körperlichen Veränderungen sind im Spiegel sichtbar und können das Wohlbefinden negativ beeinflussen.

Die hormonellen Veränderungen führen zudem dazu, dass sich Betroffene mit ihren Gefühlen überfordert fühlen und damit beginnen, Entscheidungen zu hinterfragen.

Einige versuchen, die körperlichen Veränderungen mit intensiven Sporteinheiten auszugleichen, andere verfallen wiederum einem kräfteraubenden Schönheitswahn.

Die besten Tipps und Tricks bei einer Sinnkrise

Sinnkrisen sind für gewöhnlich zeitlich begrenzt. Dabei bieten die Tiefs auch immer eine Chance, sich neu zu orientieren und die eigenen Lebensziele zu optimieren.

Für eine rasche Linderung gilt es jedoch, die Ursachen der Sinnkrise zu finden und gezielte Maßnahmen zu setzen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, einem sich anbahnendem Tief frühzeitig vorzubeugen.

Eine ausgewogene Ernährung, ein stabiles soziales Umfeld sowie eine gute Work-Life-Balance machen es einfacher, im Gleichgewicht zu bleiben.

Zusätzlich zeigen Studien, dass Menschen zwischen 40 und 50 in der Regel ihre besten Leistungen erbringen, wobei die persönliche Glückskurve ab Mitte 40 kontinuierlich ansteigt. 

1. Neuausrichtung der Lebensziele

Krisen werfen uns aus unserem natürlichen Gleichgewicht. Ein guter Weg aus der Krise ist die Evaluierung und Adaptierung der eigenen Lebensziele.

Eine sogenannte Bucket List kann hierbei helfen, bewusst über Lebensträume nachzudenken. Die Liste dient dazu, Lebensziele nicht aus dem Auge zu verlieren und motiviert gleichzeitig, Dinge konkret anzugehen.

Gepaart mit Visualisierungsmethoden oder autogenem Training schärft eine Bucket List den Fokus und gibt neue Perspektiven.

Zudem lässt sich aus der Planung neue Kraft und Motivation schöpfen, wodurch ein optimistischer Lebensausblick entsteht, der die eigene Komfortzone vergrößert.

2. Berufliche Veränderungen

Neue Arbeitsinhalte sowie ein geändertes Arbeitsumfeld können die notwendigen Impulse liefern, um die Krise schneller zu überwinden.

Dabei gilt es jedoch, Kurzschlusshandlungen zu vermeiden und sich vorab genau zu überlegen, welche Tätigkeit man zukünftig ausführen möchte.

Die Berufserfahrung, die über die Jahre gesammelt wurde, ist hierbei ein großer Vorteil und schafft eine exzellente Startposition. Für einen gelungenen Jobwechsel ist es jedoch notwendig, sich vorab Orientierungsfragen zu stellen.

Dabei gilt es herauszufinden, warum der aktuelle Job unglücklich macht und welche Talente man in Zukunft nutzen möchte. 

3. Bewegung

Bewegung stärkt Körper und Geist. Obsessive sportliche Aktivitäten können jedoch leicht ins Negative umschlagen und die Sinnkrise verstärken. Eine weitaus bessere Option ist es, kleinere Bewegungseinheiten fix in den Alltag zu integrieren.

So können schon regelmäßige Spaziergänge, Meditation oder kurze Yoga-Trainings dabei helfen, die Abwärtsspirale aufzuhalten. Bewegung in der Natur wirkt sich hierbei besonders günstig auf die Psyche aus und stärkt die positive Grundhaltung.

4. Auszeit

Eine längere Auszeit ist eine gute Möglichkeit, die versteckte Bedürfnisse wieder wahrzunehmen und den Umgang mit den eigenen Emotionen zu lernen. Ein Sabbatical kann auch dabei helfen, die eigenen Gedanken zu ordnen und einen Neubeginn zu wagen. 

5. Professionelle Hilfe

Unbehandelt kann eine Sinnkrise schnell in eine Depression überschlagen. Wird der Leidensdruck zu groß, ist es daher ratsam, frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die Experten können Betroffenen dabei helfen, Gefühle wieder zuzulassen, alte Verhaltensmuster aufzubrechen und aufzeigen, wie aus dem inneren Chaos etwas Neues erschafft werden kann. 

6. Fokus auf das soziale Umfeld

Gespräche mit Freunden oder der Familie können eine heilende Wirkung haben und bestehende Beziehungen intensivieren. Zudem können auch ehrenamtliche Tätigkeiten dabei helfen, aus der Routine auszubrechen und neue Perspektiven zu erlangen.

Der Fokus auf das soziale Umfeld steigert zudem die Zufriedenheit und macht bewusst, dass man mit Ängsten und Schwierigkeiten nicht allein ist. 

Fazit

Eine Sinnkrise ist immer eine Herausforderung, bietet jedoch gleichzeitig die Chance für positive Veränderungen. So kann die Lebenskrise Beziehungen und Freundschaften stärken sowie wichtige berufliche und private Impulse geben, die das Leben langfristig verbessern. Wer es schafft, die Ursachen gründlich zu analysieren und Kurzschlusshandlungen vermeidet, dem gelingt auch die persönliche Neudefinition, wodurch es möglich wird, gestärkt aus der Krise zu kommen.

 

 

 

Chris ist ein liebevoller Freak. Ob 250km Wüstenmarathon laufen, 1.200km den Rhein mit einem SUP Board paddeln, 1 Jahr mit einem 2 Stundenschlaf auskommen, bei -15 Grad einen Marathon in Sibirien nur in Boardshorts laufen – er hat in zahlreichen Selbstexperimenten das Wissen getestet. Als Keynote Speaker und Motivationstrainer hilft er Menschen aus dem Motivationsloch. Für seine Arbeit wurde er u.a. mit dem Coaching Award 2018 ausgezeichnet.