Eine Bewerbung als Quereinsteiger ist immer ein Stück weit ein Sprung ins kalte Wasser. Auf dem Papier bringst du vielleicht gar nicht die Anforderungen mit, die für eine bestimmte Stelle erwartet werden. Aber deine Motivation und Lernbereitschaft gleichen so manche Qualifikation aus.

Wenn du planst, in eine neue Branche als Quereinsteiger zu wechseln, kommt es auf die richtige Vorbereitung an. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, um deine Chancen zu erhöhen.

Ich erkläre dir, warum die Chancen für einen Quereinstieg derzeit sehr gut stehen und wie du dich richtig auf die Bewerbung vorbereitest.

Quereinstieg in Zeiten des Fachkräftemangels

Der Fachkräftemangel ist vermutlich die größte Herausforderung der aktuellen Arbeitswelt. Gerade die Digitalisierung sorgt dafür, dass es auf einmal viele neue Jobs gibt, für noch gar keine adäquate Ausbildung existiert. Die wenigen Spezialisten werden schnell eingestellt und der Markt ist gewissermaßen geräumt.

Auch in traditionellen Branchen gibt es Bedarf für Quereinsteiger, da auch hier der Fachkräftemangel sehr präsent ist. Häufig wird so dringend Personal benötigt, dass etwaige Maßnahmen zur Umschulung während der Einarbeitung erfolgen. Eine schulische Umschulungsphase entfällt daher in vielen Branchen mit Fachkräftemangel.

Bei diesen Jobs stehen die Chancen hoch!

Wo man als Quereinsteiger die besten Chancen hat, hängt von den eigenen Fähigkeiten und Interessen ab. Allerdings gibt es natürlich einige Branchen, die prädestiniert für den Quereinstieg sind. Übergeordnet lassen sich folgende Arten von Jobs identifizieren:

In der digitalen Welt gibt es für viele Jobs noch keine adäquaten Ausbildungen und die Anforderungen ändern sich ohnehin Tag für Tag. Hier ist ein Quereinstieg möglich, wenn man (z.B. aus persönlichem Interesse) schon einige Berührungspunkte mit Aufgaben hatte, die in digitalen Jobs gefordert sind.

Wer z.B. schon einmal eine eigene Website mit WordPress gebastelt hat und sich dabei auch rudimentäre CSS-Kenntnisse angeeignet hat, sollte dies in seiner Bewerbung erwähnen.

Soziale Berufe bieten ebenfalls ein großes Potential für den Quereinstieg. Hier gibt es zwar geeignete Ausbildungswege, aber die Branche passt nicht in das Anforderungsprofil vieler junger Menschen. Wer sich eine steile Karriere wünscht, ist in sozialen Berufen falsch.

Die Arbeit – beispielsweise als Altenpfleger oder Erzieher – ist dafür aber nicht nur gesellschaftlich relevant, sondern auch gar nicht so schlecht bezahlt, wie an immer hört. Man muss zudem bedenken, dass die Jobsicherheit in diesen Berufen enorm hoch ist und dass die Vergütung für die Tätigkeit ohnehin eine hohe emotionale Komponente mit einschließt.

Ebenfalls gut für Quereinsteiger geeignet, sind klassische Umschulungsberufe. Hier ist z.B. der Job des Fahrlehrers als mögliches Berufsfeld zu nennen. Kaum jemand plant zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn, Fahrlehrer zu werden. Doch die Umschulung ist schnell durchgeführt und bietet den Zugang zu einem sicheren Job mit einer attraktiven Bezahlung.

Die richtige Vorbereitung zählt

Bevor du dichbei einem Unternehmen bewirbst, solltest du zunächst versuchen, deinen Lebenslauf als Quereinsteiger so gut es geht auf die neue, angestrebte berufliche Ausrichtung hin optimieren.

Natürlich erwartet keiner von dir, dass du auf einmal jahrelange Berufserfahrung aus dem Hut zauberst – sonst wärst du ja auch kein Quereinsteiger. Aber ein bisschen Engagement kann nie schaden und zeigt den Verantwortlichen, dass du es wirklich ernst meinst.

Praktikum

Bevor du dich in ein neues berufliches Abenteuer stürzt, kannst du zunächst ein Praktikum in diesem Bereich machen, um die neue Arbeitswelt kennenzulernen.

Das macht sich nicht nur gut im Lebenslauf, sondern gibt dir auch wertvolles Feedback. So erfährst du, ob der neue Job wirklich so ist, wie du ihn dir vorstellst.

Zertifikats-Lehrgänge

Eine weitere gute Möglichkeit, um deine Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung zu erhöhen, wichtige Fähigkeiten zu erlangen bzw. allgemein die Branche kennenzulernen, sind Zertifikats-Lehrgänge.

Diese Lehrgänge werden entweder als Präsenz- oder Fernkurse angeboten und zertifizieren deine Kenntnisse in einem bestimmten Bereich. Dieser ist meist sehr spezifisch und sollte daher genau zu dem passen, was du im Anschluss machen möchtest.

Oft werden solche Kurse von der IHK angeboten. Sie tragen dann in der Regel einen Namen, der sich mit einer konkreten Berufsbezeichnung deckt. Daher sind solche Lehrgänge potentiell sehr nützlich, um seine neu erlangten Qualifikationen bei der Bewerbung ins rechte Licht zu rücken.

Netzwerken

Wer einen Quereinstieg in eine neue Branche plant, sollte frühzeitig mit dem Networking beginnen. Die Business-Netzwerke XING & LinkedIn bieten viele Funktionen, um sich zu vernetzen. Neben persönlichen Kontaktanfragen, mit denen vielleicht schon ein Draht zu Entscheidern hergestellt werden kann, gibt es auch sogenannte Gruppen, in denen man sich allgemein zu einer Branche austauschen kann.

Hier könnte man sich auch selbst vorstellen und ganz konkret nach Möglichkeiten des Quereinstiegs fragen. Die Community auf XING und LinkedIn wird dir sicherlich dabei helfen, den Einstieg zu finden und deine ersten Fragen zu klären.

Übrigens: Wenn du dich dann bei einem Unternehmen bewirbst und der zuständige HR-Mitarbeiter sieht, dass du bereits mit zahlreichen Personen aus der Branche vernetzt bist, lässt dies natürlich auch auf ein ernstes Interesse deinerseits zurückschließen.

Tipps für die Bewerbung als Quereinsteiger

Ich möchte dir nun noch ein paar weitere, konkrete Tipps geben, die dir bei der Formulierung des Anschreibens und der Optimierung des Lebenslaufes helfen. So stichst du aus der Masse der Bewerber hervor und machst deutlich, wieso du (trotz deiner geringeren Erfahrung) ein geeigneter Kandidat bist.

Anschreiben

Wer sich als Quereinsteiger in einem Unternehmen bewerben möchte, sollte seinen angedachten Jobwechsel begründen und seine Motivation glaubhaft erklären können. Ein Unternehmen wird nicht daran interessiert sein, einen wankelmütigen Kandidaten einzustellen, der sich alle paar Jahre für etwas komplett Neues interessiert.

Du solltest daher verdeutlichen, dass dieser neue Job wirklich das ist, wofür du brennst.

Wenn du diese Einstellung authentisch vermitteln kannst, bist du schon einen deutlichen Schritt in die richtige Richtung gegangen.

Im Anschreiben solltest du auch erklären, wie du deine fehlenden Qualifikationen und deinen Mangel an Berufserfahrungen ausgleichen möchtest. Sprich über deine Soft Skills und andere, interdisziplinäre Fähigkeiten, die einen Wert für deinen neuen Arbeitgeber darstellen können.

Vielleicht gelingt es dir sogar, Gemeinsamkeiten zwischen deiner alten und neuen Tätigkeit aufzuzeigen, die dich zusätzlich als möglichen Kandidaten erscheinen lassen.

In jedem Fall solltest du Ehrlichkeit an den Tag legen und ein glaubwürdiges Bild von dir vermitteln. Um das Anschreiben zu formulieren, kannst du dir gerne professionelle Unterstützung holen. Sorge aber dafür, dass die gewählten Worte wirklich aus deinem Herzen kommen und sich nicht nur gut anhören.

Lebenslauf

Der Lebenslauf wird in vielen Unternehmen bereits vor dem Anschreiben angesehen. Fähige Personaler scannen das Dokument in wenigen Minuten und treffen auf dieser Basis eine Vorauswahl. Daher ist es wichtig, das du hier schon auf dich aufmerksam machst.

Generell gilt: Jede Erfahrung zählt. Ganz nach vorne solltest du aber immer das schreiben, was dich für den neuen Job am ehesten qualifiziert.

Hast du gerade ein Zertifikat erworben, das zur neuen Tätigkeit passt? Dann beginne damit. Oder hast du spannende Berufserfahrung vorzuweisen, die neugierig auf dich macht? Dann solltest du damit starten.

Welches Design das richtige für den Lebenslauf ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Ich empfehle dir aber, dass du deinen Lebenslauf mit Canva erstellst. Das Programm bietet dir unzählige Vorlagen und sorgt dafür, dass du aus der Masse herausstichst.

Du solltest es mit dem Design aber auch nicht übertreiben und insgesamt eine Form wählen, die der Branche angemessen ist. Zudem empfehle ich dir, dass du deinen Lebenslauf möglichst auf einer Seite komprimiert zusammenfasst.