„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.“

Lebenslanges Lernen ist eine wichtige Voraussetzung, um in der heutigen Zeit auf dem Arbeitsmarkt standhalten zu können. Gerade als Quereinsteiger in einem neuen Berufsfeld sind Weiterbildungen das A und O!

Die Auswahl der Möglichkeiten und Arten an Weiterbildungen ist in den letzten Jahren enorm gestiegen.

In diesem Beitrag erfährst du, warum eine Weiterbildung neben dem Beruf die richtige Entscheidung für dich ist und wie du in der Vielfalt an Angeboten den richtigen Lehrgang für dich findest!

Warum eine Weiterbildung neben dem Beruf machen?

Angekommen und eingearbeitet in einem neuen Beruf, denkt nicht jeder gleich an eine Weiterbildung.

Schnell wird jedoch ersichtlich, dass die Arbeitswelt schnelllebig ist und man sowohl als Arbeitnehmer als auch als Selbständiger ständig auf neue Prozesse und Erkenntnisse eingestellt sein muss. Die Wahrscheinlichkeit mindestens ein Mal im Leben an einer Umschulung teilzunehmen ist so hoch wie noch nie.

Wenn du dich neben deinem Beruf weiterbildest, hat dies somit einen positiven Einfluss auf deine Arbeitstätigkeit und bringt dein Unternehmen weiter. Neben deinem gesteigerten Know-how und neuerlernten Kompetenzen, bringt eine Weiterbildung dich auch beruflich und persönlich weiter. Deine Chancen auf neue Jobangebote und bessere Arbeitspositionen werden erhöht.

Dies hat zur Folge, dass du ein höheres Einkommen erwarten kannst! Außerdem entwickelt sich deine Persönlichkeit mit jeder Maßnahme ein Stück weiter, wodurch du letzten Endes glücklicher und zufriedener in deinem Beruf sein wirst.

Welche Arten von Weiterbildungen gibt es?

Anpassungsfortbildungen

Dein Berufseinstieg liegt bereits ein paar Monate oder gar Jahre zurück? Anpassungsfortbildungen sind eine beliebte und gängige Maßnahme, um bereits Erlerntes zu wiederholen, aufzufrischen und zu ergänzen. Diese Weiterbildungsmaßnahmen werden in der Regel vom Unternehmen selbst organisiert, um ihre Arbeitnehmer weiterzubilden.

Bei größeren Unternehmen werden Schulungen intern durchgeführt oder auch eigene Weiterbildungs-Akademien genutzt. Plant dein Unternehmen keine solche Weiterbildung, kannst du dich auch extern bei Bildungseinrichtungen wie der Industrie- und Handelskammer oder bei Fernakademien weiterbilden.

Schon gewusst?!

Die am häufigsten durchgeführte Weiterbildung in Deutschland ist die Weiterbildung zum Ausbilder! Du interessierst dich für den Ausbilderschein und möchtest selbst Auszubildende einlernen und ausbilden können? Alle genauen Infos wie du Ausbilder wirst, erhältst du auf der Seite der AEVO Akademie.

Aufstiegsweiterbildungen

Um eine höhere Qualifikation zu erlangen, sind Aufstiegsweiterbildungen ideal! So kannst du je nachdem, in welchem beruflichen Zweig du tätig bist, deine Kenntnisse und Fähigkeiten um ein Vielfaches erweitern. Folgende Weiterbildungen kommen dabei in Betracht:

  1. Meister

Dein Beruf ist im Handwerk, Landwirtschaft, Hauswirtschaft, Gastronomie oder in der Industrie? Dann kannst du in deinem jeweiligen Bereich den Meister absolvieren. So lassen sich folglich Handwerksmeister, Landwirtschaftsmeister, Hauswirtschaftsmeister und auch Meister verschiedener Berufe voneinander unterscheiden.

Für diese Weiterbildung wirst du neben deinem Beruf ausreichend Zeit für Schulungen und auch für das Lernen aufbringen müssen. Je nachdem wie viel Zeit du in deiner Freizeit in die Weiterbildung steckst, kannst du diese in bis zu 3,5 Jahren erfolgreich abschließen. Die Themen Betriebswirtschaft, Berufspädagogik und Recht sowohl in der Praxis als auch in der Theorie stehen dabei im Vordergrund.

  1. Betriebswirt

Der Betriebswirt ist die höchste Qualifikation und der höchste nicht-akademische Titel, den du ohne Studium erreichen kannst. Ein Betriebswirt kommt für dich in Frage, wenn du im kaufmännischen Bereich tätig bist. Je nach Anbieter und Zeitaufwand nimmt der Betriebswirt ein bis drei Jahre in Anspruch.

Am Ende wirst du nicht nur den Titel Betriebswirt/-in tragen dürfen, du wirst auch Experte im Bereich Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Recht sein.

  1. Techniker

Wenn du im Handwerk oder in der Industrie tätig bist, könnte auch der Techniker die richtige Weiterbildung für dich sein. Mit einer Ausbildung im technischen Bereich und mindestens ein Jahr Berufserfahrung kannst du den Techniker als Präsenz- oder Fernlehrgang neben dem Beruf in insgesamt drei bis vier Jahren machen.

Neben dem großen Wissensbereich Maschinen wirst du beim Techniker auch über aktuelle Themen und Neuerungen, die unter das Thema „Industrie 4.0“ fallen, genauestens geschult.

  1. Gestalter

In deinem Beruf bist du für die Konzeption und das Designen von Produkten zuständig? Dann dürfte dich die Weiterbildung zum Gestalter ansprechen. Innerhalb von vier Jahren wird dir alles darüber beigebracht, wie man materielle und immaterielle Gegenstände und Produkte designt.

Studium zum Bachelor / Master

Du möchtest noch einen Schritt weitergehen und einen akademischen Grad erwerben oder aufstocken? Noch nie war das Angebot an Fernunis größer als heute! Durch ein Fernstudium hast du die Möglichkeit, deutschlandweit neben dem Beruf zu studieren und in nur wenigen Jahren den Bachelor oder Master zu erlangen.

Je nach Anbieter liegen die Präsenztermine bei gerade einmal 20 %. Somit kannst du bequem von zuhause aus für deinen Bachelor oder Master lernen und bekommst digital Unterstützung.

Wo kann ich die Weiterbildung machen?

Neben einer Vielzahl an örtlichen Anbietern wie die Industrie- und Handelskammern oder die Handwerkskammern sowie Volkshochschulen, die sowohl in jeder größeren Stadt als auch in ländlichen Regionen deutschlandweit vorhanden sind, steigt das Angebot an Online-Plattformen jährlich an.

Bekannte Größen, die das Lernen und Absolvieren einer Weiterbildung bequem von zuhause aus ermöglichen, sind beispielsweise ILS, Udemy, sgd oder Anbieter von Coding-Bootcamps.

ILS

Das Institut für Lernsysteme ist der größte Anbieter mit jährlich über 80.000 Kunden und Sitz in Hamburg. Aufgrund der hohen Kursteilnehmeranzahl beschäftigt die ILS über 750 Tutoren, die nicht nur Aufgaben und Prüfungen der Teilnehmer kontrollieren, sondern auch für Fragen jederzeit zur Verfügung stehen. Die Kurse können zu jeder Zeit begonnen werden. Es gibt keinen generellen Starttermin.

Udemy

Bei Udemy handelt es sich um eine noch junge Online-Plattform, die aus den USA stammt. In Form eines Videoformats können Dozenten zu verschiedenen Themen Online-Kurse veröffentlichen, welche Kursteilnehmer kostenfrei bzw. kostenpflichtig nutzen können. Der Austausch von Kursteilnehmern und Tutoren erfolgt soweit nötig, direkt innerhalb der Plattform oder auch über E-Mail.

sgd

Die ist sgd ist ein seit über 70 Jahren in Deutschland beliebter Fernlehrgang-Anbieter. Über 200 Fernstudiengänge können an der sgd studiert werden. Die jährliche Teilnehmerzahlen liegen bei 60.000.

Coding-Bootscamps

In einem Coding-Bootcamp kannst du dir alle wichtigen digitalen Fähigkeiten aneignen und so unter anderem auch programmieren lernen. Die Kurslänge geht dabei meist nur mehrere Wochen bis wenige Monate. Eine Übersicht aller Coding Bootcamps in Deutschland haben wir für dich zusammen gestellt.

Perfekt organisiert mit einer Weiterbildung

Neben den Gründen, weshalb du eine Weiterbildung machen solltest, gibt es auch Punkte zu beachten, damit du deine Entscheidung für eine Weiterbildungsmaßnahme nicht bereust:

  1. Job nicht aus den Augen verlieren

Auch wenn du dich nicht nur im Job, sondern dich im Zuge einer Weiterbildung vermutlich auch in deiner Freizeit mit anstrengenden, beruflichen Themen beschäftigst, solltest du deinen eigentlichen Beruf nicht vergessen. Dein Arbeitgeber weiß über deine Weiterbildung Bescheid, aber erwartet von dir dennoch gute, qualitativ hohe Arbeitsleistung wie vor deiner Weiterbildung.

  1. Familie, Freunde informieren und Zeiten einplanen

Lass all deine Liebsten wissen, was dich in der kommenden Zeit durch deine Weiterbildung erwarten wird. Sicherlich werden diese Verständnis dafür zeigen. Sei trotzdem für sie da, plane Zeiten ein und sei weiterhin ein guter Partner, Elternteil, Sohn / Tochter und Freund!

  1. Hobbys minimieren und genaue Zeiträume schaffen

Bist du ein Mensch, der nicht nur einem Hobby nachgeht und in gleich mehreren Vereinen aktiv ist? Eventuell solltest du diese während deiner Zeit in der Weiterbildung einschränken und bereits Wochen und Tage im Voraus Termine hierfür einplanen, damit du alles unter den Hut bekommst.

  1. Zeit für dich

Zu guter Letzt darf eines nicht zur kurz kommen, nämlich du! Du bist die wichtigste Person, damit dein Leben funktioniert und so abläuft, wie du es dir vorstellst. Rufe dir das täglich immer wieder ab und nimm dir Momente ganz alleine für dich.

Fazit

Sich trotz einem festen Job weiterzubilden, ist in der aktuellen, zeitlichen Entwicklung unerlässlich! Die passende Weiterbildung neben dem Beruf zu finden, sollte dabei gut überlegt werden. Eine Weiterbildung ist ein Kosten- und Zeitfaktor, bringt in der Summe jedoch mehr Vor- als Nachteile mit sich. Ganz getreu dem Motto: Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung. Keine Bildung! 🙂

Simon Link hat Wirtschaftsinformatik studiert, ist zertifizierter Ausbilder und hilft seit 2019 mit seiner Online-Plattform AEVO Akademie tagtäglich Menschen auf ihrem Weg zum Ausbilderschein.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.