So ziemlich jeder träumt im Laufe seiner Karriere von dem großen Jobwechsel.

Doch die wenigsten bekommen es auch hin. Warum eigentlich?

Im Zeitalter der Digitalisierung, wo es ja mehr Möglichkeiten denn je gibt, könnte es doch so einfach sein.

Genau hier liegt Segen und Fluch zugleich und darum geben die meisten, fehlende Klarheit an und gestehen vom wachsenden Angebot überfordert zu sein.

Was auch vollkommen verständlich ist, in einer sich ständig ändernden Arbeitswelt, wo gefühlt jeden Tag neue Möglichkeiten hinzukommen und andere wegfallen.

Doch ich bin der Meinung, dass der wahre Grund, warum für so viele Menschen der Branchenwechsel nur ein Traum bleibt, ein anderer ist.

Wie wir uns durch Selbstzweifel neue berufliche Chancen verbauen und was wir dagegen tun können.

Ich möchte dich über die Gründe und Ursachen von Selbstzweifeln aufklären und was wir dagegen machen können.

Selbstzweifel war ein sehr sinnvoller Mechanismus von unserem Körpersystem, der uns lange Zeit das Überleben gesichert hat.

In den Zeiten als wir noch in Höhlen hausten und mit den Säbelzahntiger, um unser Mittagessen kämpfen mussten, war das nämlich sehr angebracht.

Zum Beispiel: Wenn wir auf der Jagd waren und uns vor Anbruch der Nacht zu sehr von unserem Clan entfernt hatten.

Hier mussten wir fähig sein einzuschätzen, inwieweit unsere Kräfte reichten, um wieder zurück zu kommen.

Und da wir uns damals nicht einfach mal schnell ein Uber holen konnten, hatte das zur Folge, dass wir uns vielleicht verirren könnten und es nicht mehr rechtzeitig zu unserer Höhle schafften.

In der heutigen Zeit rettet uns alle 500 m eine Starbucks Filiale vor dem verhungern und Google Maps sorgt dafür, dass wir nicht verloren gehen.

Also steht der Selbstverwirklichung im beruflichen Kontext doch nichts mehr im Wege?

Nicht ganz, denn diesen Mechanismus vom Zweifel gibt es leider immer noch.
Und sorgt nach wie vor dafür, dass wir uns ja nicht zu sehr von unserer Höhle (Komfortzone) entfernen.

Unsere Zweifel sind Verräter und häufig der Grund für den Verlust von Dingen, die wir gewinnen könnten, scheuten wir nicht den Versuch.

Doch was genau können wir dagegen jetzt tun?

Hinter dem Zweifel steht immer die Annahme, dass wir nicht gut genug sind. Beziehungsweise, nicht genügend Kraftreserven haben, um es zurück zu schaffen zu unserer „Höhle“ und damit in die Sicherheit.

Sich dessen bewusst zu werden, ist schon mal der erste Schritt.
Ein weiterer Tipp von mir ist, sich einfach mal das Worst Case Scenario anzuschauen.

Was ist das Schlimmste, was passieren kann, wenn wir es wagen beruflich neue Schritte zu gehen?

Die Chancen, dass wir uns dabei maßlos überschätzen und in der kalten gefährlichen Welt da draußen verhungern, sind nicht mehr ganz so groß wie früher.
(Starbucks sei Dank)

Also können wir uns hier einfach ganz rational fragen: Warum nicht? Warum nicht es zu mindestens mal probieren?

Wenn wir uns das mal ganz sachlich anschauen, werden wir schnell merken, dass da nicht viel gegenspricht.

Und wir den Tod durch maßlose Überschätzung erst mal ausklammern können.

Unmittelbar danach wird sich jedoch eine andere Stimme melden, die wir alle nur zu gut kennen.

„Und was ist, wenn du es doch nicht schaffst, was wenn du dich bis auf die Haut blamierst?“ Flüstert uns sie uns ins Ohr, die Rede ist dann von unserem inneren Perfektionisten.

Doch Perfektionismus ist nichts anderes als Selbstzweifel, der sich nur etwas schick gemacht und in gute Argumente gekleidet hat.

Denn hinter dem scheinbar guten Grund, noch nicht bereit genug zu sein für den beruflichen Wechsel, oder noch eine Fortbildung brauchen zu müssen, steckt wieder der Glaubenssatz:

Ich bin nicht gut genug.

Diesen kleinen miesen Teufel können wir austricksen indem wir uns ganz fest vornehmen unser neues berufliches Projekt, mal ganz bewusst mit vornherein gar nichts zu starten.

Erfolgsrezept: starte schlecht und werde besser (aber fange an)

Aus gutem Grund.

Der Mensch hat eine sehr schlechte Erschaffungskompetenz.
Soll heißen, es fällt uns unglaublich schwer neue Dinge einfach mal anzupacken.

Unter anderem aus den schon genannten Gründen.
Es fällt uns jedoch wesentlich leichter, Dinge, die bereits da sind, zu verbessern.

Wie oft haben wir uns bei unserem Chef oder bei irgendwelchen Projekten in der Firma gedacht, dies oder jenes hätte man offensichtlich besser machen können?

Doch eine eigene Firma zu gründen, das ist dann doch schon etwas anspruchsvoller.

Also wichtig ist, dass wir hier ins Tun kommen.
Das Ergebnis spielt dabei erstmal, gar nicht so eine große Rolle.

Und jedes Mal, wenn dann diese Stimme in unser Ohr flüstert: Du kannst das nicht, was denkst du eigentlich wer du bist, das kann ja niemals gut gehen.

Können wir dann einfach ganz gelassen antworten: Ja, du hast ja recht, aber ich möchte es auch erst mal gar nicht gut machen.

Wie kann das in der Praxis aussehen?

Anstatt uns den enormen Druck zu machen, dass wir jetzt sofort die perfekte Berufung finden müssen, die uns noch am besten bis ans Lebensende und für alle Zeiten erfüllen muss, schlage ich vor, dass wir einfach unsere neue Berufung nur einmal
„Spielen“.

Also das Thema Quereinstieg als ein Mini-Projekt zu sehen.
Bei dem wir einfach das Umsetzen, was jetzt gerade möglich ist.

Indem wir der Idee von unserer neuen Berufung so nahe kommen, wie es nur geht und, dass mit den Ressourcen, die wir jetzt gerade haben.

D.h. mit der Zeit, mit dem Geld, mit der Bildung und mit dem Selbstbewusstsein, das uns jetzt zur Verfügung steht.

Probieren, Probieren, Probieren lautet die Devise

Vielleicht hast du dir überlegt Coach zu werden?

Dann musst du nicht sofort 5000 € in eine teure Ausbildung investieren, sondern erzähl doch einfach mal deinen Bekannten von deiner Idee.
Frage wer Lust hat, von dir eine kostenlose Coaching Session zu bekommen.

Und dir dafür Feedback geben möchte.

Wenn du davon träumst Architekt zu sein, brauchst du nicht gleich zu schauen, ob du die Voraussetzung für ein Studium erfüllst.

Sondern frage doch mal bei deinen Freunden, ob da jemand Architekt ist und lade ihn zu einem Kaffee oder Zoom Meeting ein.
Und lass ihn mal ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, wie es denn so ist, als jemand, der den ganzen Tag Häuser malt.

Dann wirst du sehen, ob das mit dir in Resonanz geht oder eben nicht.

Oder du möchtest vielleicht Autor werden. Dann brauchst du nicht gleich dein erstes Buch zu schreiben und bei den Verlagen Türklinken zu putzen.

Sondern schreib doch erst einmal einen Blog Artikel und schau, ob das dir auch wirklich Spaß macht.

Du siehst also hier geht es noch gar nichts darum etwas „Perfekt“ zu machen. Sondern einfach nur darum es zu tun.

Vorteile dieser Methode

Erstens erfährst du dadurch, ob der neue berufliche Weg auch zu dir passt.

Und du hast im schlimmsten Fall nicht viel Zeit, Geld und Energie verschwändest, nur um dann zu sehen, dass es doch nicht das richtige war.

Und zweitens lernt dann dein Gehirn dabei, dass hier doch keine lebensbedrohliche Gefahr besteht.

Und du ruhig weitermachen kannst, mal ein bisschen rum zu experimentieren.

Und zu guter Letzt, einfach ein bisschen Mitgefühl mit unserem inneren Zweifler haben. Er meint es ja nicht böse und hat viele 1000 Jahre lang einen wirklich guten Job gemacht.

Manchmal lässt sich unserer innerer Zweifler auch bestechen:
Wenn du mir gestattest die Bewerbung auf meine Traumstelle ab zu schicken, gibt es auch ein Doppelmokka mit extra Karamell und Sahne.

Ferdinand Otto ist ein Mensch, der es nicht länger zulassen konnte, mit welcher Selbstverständlichkeit, die meisten Arbeit als ein nötiges Übel ansehen und dabei krank werden. Er hilft anderen dabei, Klarheit für eine erfüllende Berufung zu bekommen, welche auch die Seele erfüllt und nicht nur den Geldbeutel. Sein Motto: Lass uns doch einfach mal ein bisschen mehr die Dinge tun, die wir tun wollen und nicht nur die Dinge, von denen wir denken, dass wir sie tun brauchen.