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Du möchtest dich beruflich neu orientieren? Ein Sabbatical kann dir mehr Klarheit bringen über deine berufliche Zukunft. Hier sind vier Tipps, wie du dein Sabbatical optimal nutzt.

Verlasse dein übliches Umfeld

Viele Menschen sind im Arbeitsalltag in der Routine gefangen. Um dich beruflich zu verändern, musst du die Routine verlassen. Mit einem Sabbatical tust du genau das. Wenn du nicht nur deine Arbeitsstelle für die Dauer des Sabbaticals verlässt, sondern auch dein Zuhause, bringt das drei weitere Vorteile mit sich:

  • Du befreist dich von deinem sozialen Umfeld, von deinen Nachbarn, Verwandten, Bekannten und Freunden. Ein soziales Umfeld ist wichtig, es kann dich aber auch einschränken. Nimmst du dich für eine bestimmte Zeit aus diesem Umfeld heraus, löst du dich von ihren (gefühlten) Erwartungen. Gedanken wie, „was denken meine Nachbarn, wenn ich x tue“ oder „meine Freunde würden nicht verstehen, wenn ich y tue“ dürften seltener durch deinen Kopf gehen.
  • Deine vier Wände beherbergen deine Erinnerungen, deine häuslichen Pflichten, deine To-Dos. All das bindet dich an dein altes Leben. Du möchtest dich aber neu orientieren. Befreie dich von deinen vier Wänden und dein Kopf wird frei für Neues.
  • Je nach dem, wie lange du deine bisherige Tätigkeit ausgeführt hast, wird es dir mehr oder weniger Angst bereiten, dich neu zu orientieren. Das gewohnte Umfeld zu verlassen kann dir helfen, den Schritt von der Sicherheit der Routine raus ins Unbekannte deines neuen Lebens leichter zu meistern.



Suche dir eine persönliche Herausforderung

Ein Sabbatical ist hervorragend geeignet, Aktivitäten auszuprobieren, die für dich unbekannt sind. So kannst du mehr Klarheit über dich erreichen, was dir gefällt und was eher weniger.

Vielleicht hast du bereits eine Idee, was du in deinem Sabbatical tun möchtest. Eine Weltreise? Mit dem Fahrrad die USA durchqueren? Einen Online-Kongress durchführen? Dann hast du deine persönliche Herausforderung gefunden.

Falls das nicht der Fall ist, kannst du dir eine Herausforderung gestalten, die optimal zu dir passt. Du kannst dazu wie folgt vorgehen:

  1. Finde deine persönlichen Antriebskräfte. Wie du das tun kannst, habe ich diesem Blogbeitrag erklärt.
  2. Fasse sie zusammen zu vier bis sechs Antriebskräften.
  3. Schreibe mindestens zehn Aktivitäten auf, die möglichst vielen dieser Antriebskräften entsprechen.
  4. Gehe die Liste durch ohne viel zu überlegen. Welche Aktivität spricht dich am meisten an? Kannst du sie im Rahmen eines Sabbaticals ausprobieren?

Diesbezüglich lohnt es sich auch mal in den Große Pause Podcast oder meine Folge mit Alex Leise und Lars Wrobbel reinzuhören.


Spielregeln statt Verplanung

Wie gehst du vor beim Reisen? Planst du alles im voraus? Oder nur die groben Eckpfeiler? Beides hat Vor- und Nachteile. Dasselbe gilt für Sabbaticals. Dein Ziel ist die berufliche Neuorientierung. Für dieses Ziel eignet es sich in der Regel, Freiraum einzuräumen um auf Entdeckungen eingehen zu können. Deshalb mein Tipp: Plane dein Sabbatical nicht durch.

Planung gibt aber auch Sicherheit. Wie kannst du Sicherheit haben, ohne dich zu verplanen? Setze dir Spielregeln. Hier zwei Beispiele:

Erstes Beispiel

Du möchtest das Sabbatical vor allem nutzen, um neue Aktivitäten auszuprobieren. Deine Spielregeln könnten wir folgt aussehen:

  • Basierend auf meinen persönlichen Antriebskräften definiere ich eine Herausforderung. Sie darf maximal 6 Wochen dauern.
  • Nach der Herausforderung mache ich eine Pause, um das Erlebte zu verdauen und die nächste Herausforderung zu definieren. Die Pause dauert halb so lange wie die Herausforderung.
  • Ich starte die nächste Herausforderung nach den selben Regeln.

Zweites Beispiel

Du möchtest beim Sabbatical erstens mehr Klarheit über dich und deine Leidenschaften finden, aber auch reisen. Passende Spielregeln könnten sein:

  • Ich besuche mindest vier unterschiedliche Orte.
  • An jedem Ort verbringe ich mindestens 2 Monate.
  • An jedem Ort beteilige ich mich mindestens 20 Stunden pro Woche an einem Projekt, das etwas zum Gemeinwohl der lokalen Bevölkerung beiträgt. Mindestens vier Stunden pro Woche verbringe ich mit Journaling, um mir über mich und meine Bedürfnisse bewusster zu werden.

Sichere dir eine Ruhezone

Du willst Klarheit über deine berufliche Zukunft. Verschaffe dir dazu unbedingt Zeit, um all das Erlebte zu verarbeiten. Das kann je nach Situation anders aussehen. Vielleicht kannst du dir jeden Tag eine Stunde für dich reservieren. Oder jede Woche einen halben Tag. Oder zum Schluss einen ganzen Monat.

Passe diese Tipps deiner Situation an

Nimm aus diesen Tipps das heraus, was für dich stimmt und zu deiner aktuellen Situation passt. Wenn du schon lange ein Konzert organisieren wolltest und das von zu Hause aus am besten geht, dann ignoriere den ersten Tipp. Wenn du einen Eintrag ins Guiness-Buch anstrebst, dann passt wohl der zweite Tipp schlecht.