Die Arbeitswelt ist heutzutage volatiler denn je – und gerade die Corona-Pandemie von 2020 wird vermutlich dazu führen, dass sich mehr Bewerber denn je nach Alternativen umsehen und sich als Quereinsteiger zu bewerben.

Natürlich ist der erfolgreiche Quereinstieg nicht immer einfach und eine Bewerbung im bisherigen Berufsbild mit höheren Erfolgsaussichten verbunden. Dennoch kann sich die Bewerbung als Quereinsteiger lohnen und mehr Berufszufriedenheit oder ein höheres Gehalt bedeuten.

Die Grundlage für einen erfolgreichen Quereinstieg ist natürlich zunächst eine ansprechende Bewerbung, die allen gültigen Standards gerecht wird und zudem aus der Masse heraussticht. Wie dies geht, dass möchten wir Dir zeigen. Keine Sorge, eine Bewerbung schreibt man natürlich nicht einmal so eben nebenbei, aber mit den richtigen Informationen und Sorgfalt gelingt dieses Vorhaben durchaus schnell!

Darauf kommt es bei einer Bewerbung – nicht nur
als Quereinsteiger – an!

Stets auf der Suche nach passenden Bewerbern, ist die Bewerbung in der Regel das Erste, was ein Recruiter von einem zu sehen bekommt.

Die Unterlagen sind das Aushängeschild, in einigen Situationen sogar eine Art Arbeitsprobe und daher sollten die Dokumente diesem Anspruch auch gerecht werden. Mit Deiner Bewerbung möchtest Du also das Folgende vermitteln:

  • Dass Du für die ausgeschriebene Stelle geeignet bist.
  • Dass Du zum Arbeitgeber und zu dessen Corporate Identity passt.
  • Dass Du Dir viel Mühe bei der Erstellung Deiner Bewerbungsunterlagen gemacht hast und nicht nur einfach beliebig Dokumente losschickst.
  • Dass Du ein zuverlässiger Mitarbeiter bist, auf den man setzen kann.

In Bezug auf einen angestrebten Quereinstieg ist dabei natürlich etwas mehr Überzeugungsarbeit als bei der regulären Bewerbung zu leisten, was mit den richtigen Argumenten und einer sehr guten Bewerbung jedoch unkritisch ist. Steigere die Erfolgsschancen des Weiteren mit einer Ähnlichkeit zum Arbeitgeber.

Wie präsentiert man sich dort im Internet? Konservativ-klassisch oder betont entspannt, um junge Bewerber anzulocken? Je nach Art der Darstellung sollten die Unterlagen angepasst werden – vom Bild bis zur Wortwahl! Dabei gilt es so oder so zunächst, den korrekten Aufbau der Bewerbungsunterlagen einzuhalten.

Der Aufbau einer Bewerbung: So wie der
Arbeitgeber es sich wünscht.

Auch in Zeiten der Onlinebewerbung hat sich nur wenig geändert, was den Aufbau einer Bewerbung betrifft, solange man sich nicht in einem besonderes kreativen Bereich bewerben möchte.

Lediglich der Versand der Unterlagen erfolgt nicht mehr per Post, sondern mittels E-Mail oder per Übertragungsfunktion eines Onlineportals. Dementsprechend besteht eine übliche Onlinebewerbung aus den folgenden Dokumenten:

  1. Anschreiben (auch Bewerbungsschreiben oder Bewerbungsanschreiben)
  2. Lebenslauf (auch Curriculum Vitae oder Resume)
  3. Anlagen inkl. Inhaltsverzeichnis (Zeugnisse, Zertifikate und weiteren Nachweisen)

Das Deckblatt ist nur dann erforderlich, wenn man den Weg einer E-Mail-Bewerbung geht und die Unterlagen zu einer PDF-Datei zusammengefasst hat. Ansonsten ist das Deckblatt nur noch für Bewerbungsmappen zu verwenden, da die meisten Onlinebewerbungssysteme keinen Platz dafür bieten.

Die Wichtigkeit des Bewerbungsfotos kann nicht überbetont werden, denn bekannterweise sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Das Foto darf sich aber nur einmal in der gesamten Bewerbung wiederfinden: Entweder auf dem Deckblatt oder im Lebenslauf!

In den Stellenanzeigen der Arbeitgeber gibt es oftmals auch Anweisungen, welche Unterlagen einzureichen sind. Einige Arbeitgeber verzichten zum Beispiel bewusst auf Bewerbungsfotos oder auf die sofortige Einreichung von Zeugnissen. Letzteres kommt oft bei Initiativbewerbungen zum Tragen.

Es kommt jedoch immer genau auf das Unternehmen an und daher sollten Bewerber vorher schauen, auf welche Art die Dokumente übermittelt werden sollen. Ganz gleich, was der Arbeitgeber nun in der jeweiligen Stellenanzeige schreibt: halte Dich bitte daran, denn alles andere führt schneller zu einer Absage, als man denken kann – und es wäre schade um die Mühe, die man in die Bewerbung gesteckt hat.

Vermeintliche Kleinigkeiten sind keine Kleinigkeiten. Wird um die Angabe des Gehaltswunsches gebeten, ist es nervig, wenn dieser weggelassen wird.

Eine sinnvolle Vorgehensweise beim Schreiben der
Bewerbung: Mit dem Lebenslauf beginnen!

Ob Quereinstieg oder nicht – eine bestimmte Vorgehensweise beim Erstellen einer Bewerbung hat sich als besonders geeignet erwiesen. Der Kern einer jeden Bewerbung ist der Lebenslauf und dieser ist von dem damit verbundenen Recherche- und Schreibaufwand her oft am aufwendigsten.

Zudem kann man den Lebenslauf in angepasster Weise für andere Stellen oder für einen Quereinsteig nutzen, ohne viel ändern zu müssen.

Daher lautet die Empfehlung klar: Beginne mit dem Lebenslauf. Ist dieser erst einmal fertig, kann man sich dem Anschreiben widmen.

Lebenslauf und Stellenausschreibung liegen dann entweder in Papierform nebeneinander auf dem Schreibtisch oder Du öffnest beide auf Deinem PC.

So erkennt man leicht Themen und Punkte, auf die man im Bewerbungsschreiben eingehen kann. Schließlich möchte man eine Passgenauigkeit zwischen den Anforderungen des Arbeitgebers und dem eigenen Werdegang herstellen und plausibel begründen.

Den Lebenslauf für einen Quereinstieg erstellen:
Nicht mehr als zwei Seiten!

Kommen wir nun zu dem Kerndokument der Bewerbung, dem Lebenslauf. Dieser darf maximal zwei Seiten umfassen. Nur in ganz besonderen Ausnahmefällen und bei sehr viel beruflicher Erfahrung kann es empfehlenswert sein, eine weitere Seite zu nutzen.

In der Regel ist es möglich, immer mit zwei Seiten Umfang einzuhalten.

Schafft man dies nicht, sind immer unwichtige Informationen im Lebenslauf enthalten, die man herauskürzen kann! Betrachte diesen Umstand einmal aus der Perspektive eines Recruiters:

Würdest Du lieber bei 100 eingehenden Bewerbungen pro Tag zweiseitige oder dreiseitige Lebensläufe Lesen? …

Die meisten dürften zur ersten Option neigen. Mit dem Lebenslauf kannst und musst Du alle wichtigen Informationen zu Deiner Person und zu Deinem Werdegang auf den Punkt bringen. Keine Unwichtigen Details von 1999. Erst recht nicht, wenn diese nicht zum Quereinstieg passen.

Dabei hilft Dir die Struktur des tabellarischen Lebenslaufes. Alle wichtigen Tipps für einen gelungenen Lebenslauf findest Du noch einmal zusammengefasst in der nachfolgenden Übersicht.

10 Tipps für einen professionellen Lebenslaufes

  1. Nutze ein einheitliches und nicht zu kompliziertes Design für alle Deine Bewerbungsunterlagen und somit auch für den Lebenslauf.
  2. Erstelle eine Kopf- oder Fußzeile mit Deinem Namen und Deinen Kontaktdaten, um Platz zu sparen.
  3. Platziere das Bewerbungsfoto oben rechts in den Lebenslauf und achte darauf, dass die Bildqualität sehr gut, also nicht verpixelt, ist.
  4. Verwende für Deinen Lebenslauf den tabellarischen und antichronologischen Aufbau. Aktuelle Stationen immer zuerst!
  5. Gebe alle Zeiten auf den Monat genau an und lasse keine zeitlichen Lücken entstehen.
  6. Achte auf korrekte Bezeichnungen von Arbeitgebern, Orten, Fachbegriffen und sonstigen Namen.
  7. Beschriebe jede wichtige Station mit ein paar Stichpunkten und berücksichtige dabei Dein Ziel Quereinstieg und die Anforderungen des Arbeitgebers.
  8. Stelle Deine Arbeitsergebnisse in einem positiven Licht dar, ohne jedoch zu übertreiben und unglaubwürdig zu werden.
  9. Die Angaben zur Grundschule, Arbeitsgemeinschaften und alte PC-Zertifikate aus den 00er-Jahren haben im Lebenslauf nichts verloren.
  10. Dein Lebenslauf solltest Du mit einer einer eingescannten und freigestellten Unterschrift in blauer Farbe versehen, sollte Platz dafür sein.

Damit Du direkt mit dem Schreiben für Deinen Quereinstieg oder Stellenwechsel beginnen kannst, findest Du hier eine Auswahl an kostenlosen Lebenslaufvorlagen, die den Ansprüchen an ein professionelles Bewerbungsdokument voll gerecht werden.

Kostenlose Lebenslaufvorlagen zum Download

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Nach dem Lebenslauf kommt das Anschreiben: Eine
Seite Text, die wirklich Interesse weckt!

Beim Anschreiben geht es vor allem darum, Neugierde beim Personaler hervorzurufen. Es ist neben dem Lebenslauf das wichtigste Dokument in der Bewerbung. Anhand des Aufbaus und des Inhalts kann man leicht erkennen, ob Du Mühe und Sorgfalt in die Erstellung gesteckt hast.

Die wichtigste Regel ist zunächst, dass das Bewerbungsschreiben nicht länger als eine Seite im DIN A4-Format sein darf – und das bei einer üblichen Schriftgröße. Das Anschreiben ähnelt einem typischen Geschäftsbrief, in dem man normalerweise und hoffentlich auch keine Rechtschreib-, Grammatik- oder Zeichensetzungsfehler findet.

Das ist im Hinblick auf das Bewerbungsschreiben noch der einfachste Teil. Geht es um den Inhalt, wissen viele Bewerber einfach nicht, was sie schreiben sollen. Hierzu auch ein paar Tipps und Gedankenanregungen in einer kurzen Übersicht!

10 Hinweise für ein gutes Bewerbungsschreiben

  1. Verwende eine einheitliche Schriftart und Schriftgröße, sodass Anschreiben und Lebenslauf vom Design her zusammen passen und sich keine Brüche im Stil ergeben.
  2. Vergesse kein Element des Anschreibens: Briefkopf oder Fußzeile mit Kontaktdaten, Empfänger, Ort und Datum, Betreffzeile, Anrede, Haupttext sowie Grußformel, Unterschrift und Name.
  3. Versuche nicht, auf eine Seite zu kommen, indem Du die Abstände zusammenquetscht oder auseinanderziehst.
  4. Fasse im ersten Absatz Deinen bisherigen Werdegang zusammen und erläutere Deinen Wunsch nach einem Stellenwechsel bzw. Quereinstieg.
  5. Beschreibe in einem weiteren Absatz Deine aktuelle Stelle, was Dich dorthin geführt hast und welche Erfahrung Du gewonnen hast.
  6. Nutze einen Absatz dazu, zu erläutern, warum Du Dich bei diesem Arbeitgeber bewirbst und gehe auf das Unternehmen bzw. die Organisation ein. Viele Bewerber vergessen leider den Bezug zur neuen Position und dem anvisierten Unternehmen.
  7. Schreibe nie etwas Negatives im Anschreiben und rede nicht in Längen schlecht von ehemaligen Arbeitgebern oder Arbeitssituationen.
  8. Liefere nach Möglichkeit Argumente und Beispiele, um Deine Aussagen zu untermauern.
  9. Achte auf die Angabe Deines Gehaltswunsches, wenn dies in der Stellenausschreibung gefordert ist. Dies gilt auch für das Eintrittsdatum.
  10. Beende Dein Anschreiben mit der üblichen Grußformel, Deiner eingescannten Unterschrift, gefolgt von Deinem Namen.

Ein paar Gedanken zur Onlinebewerbung!

Im Gegensatz zur Bewerbungsmappe hat die Onlinebewerbung ein paar eigene Regeln, an die man denken sollte. So ist es wichtig, dass Du ausschließlich das PDF-Dateiformat für Deine Unterlagen verwendest und auch eine passende Grafikqualität achtest.

Dabei darf die Dateigröße natürlich nicht explodieren und muss sich im vom Arbeitgeber vorgegebenen Rahmen halten. E-Mails sind formal korrekt, fehlerfrei und kurz zu halten. Die Anrede ist besonders wichtig! Ist eine konkrete Person benannt, welche die Unterlagen erhalten soll, ist ein „Sehr geehrte Damen und Herren“ der Klassiker für das Aus!

Bitte verzichte auch auf die Funktion, mit der man einen E-Mail-Empfang bestätigen lassen kann. Diese mögen Recruiter besonders wenig, da sie sich unter Druck gesetzt fühlen und bei 100 eingehenden E-Mails für eine Stelle nicht 100 Mal klicken möchten!

Zudem möchten Personaler nur ungern ein „Hallo,“ in der E-Mail-Korrespondenz lesen, wenn Dir der Name bekannt ist. Klingt simpel, wird in der Praxis leider viel zu häufig nicht beachtet.

Wenn es mit der Stelle oder dem Quereinsteig
nicht klappt: Weitermachen!

Ja, richtig – das solltest Du tun. Eine Absage auf eine Bewerbung oder mehrere Absagen sollten Dich von Deinem Vorhaben nicht abbringen lassen! Die Erfolgsaussichten bei Bewerbungen für einen Quereinsteig sind genauso wie Initiativbewerbungen oft ein bisschen weniger gut als bei Bewerbungen auf eine konkrete Stelle im aktuellen Betätigungsfeld.

Erst, wenn man ausschließlich Absagen erhält und keine einzige positive Rückmeldung, sollte man das eigene Ziel oder die eigenen Bewerbungsunterlagen noch einmal überdenken.

Einige Firmen machen sich sogar die Mühe und geben eine kurze Rückmeldung zu den Unterlagen. Kurz nachfragen, woran es gelegen hat oder ob die Unterlagen ansonsten stimmen, kann man durchaus. Darüber hinaus ist es günstig, immer mehrere Bewerbungen parallel zu versenden.

Erhält man eine Einladung zum Vorstellungsgespräch ist das natürlich gut, bekommt man hingegen eine Absage, sollte man einfach eine weitere Bewerbung erstellen und versenden. Sich nur auf den einen Arbeitgeber oder auf die eine – oft vermeintliche – Traumstelle zu konzentrieren, bringt viel Frust.

Es ist ratsam, sich immer voll und ganz auf ein Ziel zu konzentrieren, nicht aber auf eine konkrete Position oder an einem ganz bestimmten Unternehmen anzuhaften. Im tatsächlichen Arbeitsalltag sind in der Regel sehr viele Dinge ganz anders, als in der Stellenausschreibung beschrieben oder als auf der Website präsentiert wurde.

Nicht selten ist das angesagte StartUp wenig mitarbeiterfreundlich und die Arbeitsbedingungen lassen zu wünschen übrig. Viel Bewerbungserfolg!

Der Bewerbungsexperte vom TT Bewerbungsservice ist Dipl.-Ing. Till Tauber MBA. Mit seinem Expertenwissen schreibt er seit Jahren professionelle Bewerbungen.