Wenn der Wecker morgens klingelt, heißt es für die meisten Arbeitnehmer; frisch machen, gegebenenfalls ein Frühstück mitnehmen und den Weg zur Arbeit antreten. Rund 19,3 Millionen Pendler gab es im Jahr 2018 in Deutschland laut Bundesinstitut für Bau,- Stadt- und Raumforschung.

Der durchschnittliche Arbeitsweg beträgt in Deutschland dabei knapp 17 Kilometer. Wie schön wäre es, diesen Arbeitsweg nicht auf sich nehmen zu müssen und stattdessen im Homeoffice zu arbeiten?

Homeoffice bedeutet für Arbeitnehmer, dass sie die gesamte Arbeit von zu Hause aus verrichten können, wobei sie durch digitale Medien mit dem Büro vernetzt sind.

Das Homeoffice bietet etliche Vorteile

  • mehr Zeit
  • kürzere Arbeitswege
  • persönlicher Arbeitsplatz
  • Stressreduktion
  • flexiblere Einteilung des Tages

Homeoffice – das klang für viele Arbeitnehmer lange Zeit nach einem Traumszenario, da nicht viele Menschen dieses Privileg besaßen und rund zwei Drittel der Arbeitgeber Vorurteile gegenüber dem mobilen Arbeiten hatten.

Führungskräfte fürchteten, dass Arbeitnehmer im Homeoffice unproduktiver sein könnten und sich anstatt der Arbeit dem Haushalt widmen – doch dann kam Corona. Durch die Pandemie sahen sich viele Unternehmen gezwungen, ihren Teil der sozialen Verantwortung zu erfüllen und die Mitarbeiter zu Hause bleiben zu lassen. Das hat nicht nur zu einer veränderten Unternehmenskultur sondern auch zu einem Umdenken geführt:

Laut einer Studie des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation sowie der DGFP sind mittlerweile 89 % aller Unternehmen davon überzeugt, dass die Produktivität durch das Homeoffice nicht eingeschränkt ist. Ein Umdenken gibt es auch auf der Seite der Arbeitgeber – laut statista sprechen sich 64 % aller Deutschen für einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice aus.

Habe ich einen rechtlichen Anspruch auf Homeoffice?

Nun stellen sich viele Arbeitnehmer die Frage, ob ein rechtlicher Anspruch auf Homeoffice besteht. Die Antwort darauf lautet leider „Nein“. Anders als in den Niederlanden zum Beispiel, wo Arbeitnehmer seit 2015 Anspruch auf Heimarbeit durchsetzen können, bestimmt hierzulande der Arbeitgeber, wo die Arbeit verrichtet wird. Es ist übrigens auch nicht möglich, dass der Chef Sie ins Homeoffice verbannt.

Das schließt selbstverständlich nicht aus, Rücksprache mit dem Chef zu halten und nach der Möglichkeit zu fragen, die Arbeit in den eigenen vier Wänden zu verrichten. Im Vorfeld sollten Sie sich auf dieses Gespräch gut vorbereiten und gute Argumente anführen, um den Chef von Ihrer Idee zu überzeugen.

Doch es gibt auch gute Nachrichten und Hoffnung auf eine baldige Änderung des Gesetzes. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil kündigte bereits 2019 ein geplantes Gesetz für einen rechtlichen Anspruch auf Homeoffice an. Die Pandemie, die der Arbeitsminister „ungeplanten gesellschaftlichen Großversuch zum Homeoffice“ nennt, hat weitere Diskussionen entfacht und so will der Bundesarbeitsminister noch im Herbst einen Gesetzesentwurf vorlegen.

Muss das Homeoffice im Arbeitsvertrag geregelt sein?

Wenn Homeoffice „verordnet“ wird oder Sie einen neuen Job anfangen, dann muss der reguläre Vertrag nicht angepasst werden. Es lohnt sich jedoch, eine Zusatzvereinbarung zu treffen, da es sich hier um eine individuelle Situation handelt und der rechtliche Rahmen hierbei genauestens definiert werden sollte, um jegliche Missverständnisse zu vermeiden.

Tipps für Produktivität im Homeoffice

Es gibt Menschen, die gar kein Problem damit haben, auch im Homeoffice konzentriert zu arbeiten und somit produktiv zu sein. Viele Arbeitnehmer benötigen durch die Umgewöhnung an das Homeoffice eine Eingewöhnungszeit. Das belegt auch eine Umfrage der Onlineplattform Stepstone:

43 % der Befragten gaben an, weniger Pausen einzulegen und fast genauso viele gaben an, unregelmäßige Arbeitszeiten zu haben.

Die gute Nachricht lautet, dass jeder die Produktivität im Homeoffice selbst in der Hand hat. Im Folgenden liefern wir Ihnen einige Tipps, wie Sie für Produktivität im Home-Office sorgen:

1. Schaffen Sie ein Arbeitsumfeld

Eine wichtige Rolle spielt im Homeoffice die Einrichtung eines adäquaten Arbeitsplatzes. Hierbei sollten Sie darauf achten, dass Sie Arbeit und Privatleben trennen. Im Idealfall haben Sie ein Arbeitszimmer, wenn dies jedoch nicht möglich ist, dann versuchen Sie eine räumliche Trennung durch Regale oder Pflanzen zu erzeugen.

Sie können für die Arbeit den Küchentisch oder einen Tisch aus dem Keller nutzen. Sorgen Sie außerdem dafür, dass der Arbeitsplatz aufgeräumt ist und genug beleuchtet – bedeutet: Tageslicht sowie indirektes Licht.

2. Tagesplan erstellen

Zu Hause fällt es häufig sehr schwer, Arbeit und Freizeit mental zu trennen, da hier auch keine räumliche Trennung gegeben ist. Wer nicht Acht gibt, der ist ständig verfügbar oder es trifft das Gegenteil ein: Man ist unproduktiv und bekommt nichts gebacken.

Setzen Sie sich also einen zeitlichen Rahmen, wann gearbeitet wird, zum Beispiel zwischen 8-12 Uhr sowie 13-16 Uhr. Sie wissen am besten, zu welchen Zeiten Sie produktiv sind und können den Tag somit an Ihre eigenen Bedürfnisse anpassen. Routinen helfen Ihnen dabei, den optimalen Rhythmus zu finden.

3. Essen & Bewegung müssen sein

Ein produktiver Arbeitstag ist nur mit Essen und ausreichend Bewegung möglich. Zu einem guten Tagesplan gehört auch, ausreichend Pausen einzulegen. Also, vergessen Sie nicht das Mittagessen und stellen Sie sich zum Beispiel einen Timer, der Sie daran erinnert, einen kleinen Snack einzunehmen.

Wer fast den ganzen Tag im Stuhl sitzt, der läuft Gefahr, sich Schmerzen im Rücken– und Nackenbereich zuzuziehen. Ein kurzer Spaziergang um den Block, ein kurzer Besuch im Garten oder ein Mini-Workout am Arbeitsplatz schaden nicht.



Exkurs: Wer übernimmt die Kosten im Home-Office?

Wir haben bereits in den Tipps darüber gesprochen, dass es wichtig ist, sich ein angemessenes Arbeitsumfeld zu schaffen. Hierbei spielt auch die Ausstattung eine wichtige Rolle – ein passender Schreibtisch, im Idealfall ein ergonomischer Stuhl, aber auch ein Laptop sowie Büromaterialien, um die Arbeit wie auch sonst im Alltag zu verrichten.

Der dafür benötigte Betrag kann schnell in den vierstelligen Bereich schießen. Arbeitnehmer, die diese Kosten auf die Schnelle nicht aufbringen können, sind auf einen Blitzkredit angewiesen. Wenn dies der Fall sein sollte, lohnt es sich, Online-Vergleichsportale wie Financer zu nutzen, um die verschiedenen Anbieter zu vergleichen.

Materialien, die ausschließlich für die Arbeit benötigt werden, wie zum Beispiel Betriebslaptop oder Handy, muss der Arbeitnehmer übernehmen. Hier ist die rechtliche Lage unmissverständlich. Bei Gegenständen, die „halb privat und halb beruflich“ verwendet werden, müssen Sie sich mit dem Vorgesetzten absprechen. Einen Rechtsanspruch auf eine solche Kostenerstattung gibt es nicht, und somit hängt die Erstattung von der Kulanz Ihres Arbeitgebers ab.

Homeoffice-Kosten ist von der Steuer absetzbar

Wenn Sie über ein eigenes Arbeitszimmer verfügen und dieses primär für die Verrichtung der Arbeit verwendet wird, so können Sie Werbungskosten bis zu 1.250,- EUR für dieses Zimmer absetzen.

Vorteile und Nachteile im Homeoffice

Die Arbeit vom eigenen Heim aus zu verrichten, ist für viele Menschen ein Traum, der in Erfüllung geht. In der Tat gibt es sehr viele Vorteile, die das Homeoffice mit sich bringt. Es gilt jedoch, eine differenzierte Sichtweise auf Dinge zu haben und so gibt es auch einige Nachteile, die durch die Arbeit von zu Hause aus entstehen.

Im Folgenden gehen wir auf die positiven sowie negativen Aspekte ein:

Vorteile des Homeoffice

· Erhöhte Produktivität – Tatsächlich konnte man eine erhöhte Produktivität nachweisen. Mitarbeiter im Home-Office sind nämlich seltener krank, machen kürzere Pausen und haben eine um 13,5 % höhere Produktivität.

· Zeitersparnis – Laut Zahlen des Bundesarbeitsministeriums brauchen Deutsche durchschnittlich 44 Minuten für den Weg zur Arbeit und zurück. Das bedeutet für jeden Menschen, der im Homeoffice arbeitet, knapp eine gewonnene Stunde am Tag.

· Reduzierte Kosten – Denken Sie an die Kosten, die durch die Arbeit entstehen. Zum einen entfallen im Homeoffice die Kosten für den Arbeitsweg. Auch das Essen in der Kantine können Sie sich sparen, sowie den Pausenkaffee mit den Kollegen.

· Eigener Rhythmus – Einige Menschen sind sehr früh am Morgen produktiv, während andere erst um 10 Uhr morgens zu sich kommen. Das Home-Office ermöglicht es, den Arbeitsalltag zu bestimmen und mit dem Familienleben in Einklang zu bringen

Die Vorteile lassen bereits erahnen, dass Flexibilität und eine erhöhte Work-Life-Balance die größten Pluspunkte für das Home-Office sind. Kommen wir nun zu den Nachteilen.

Nachteile des Homeoffice

· Soziale Komponente – Viele Arbeitnehmer lieben die Arbeit wegen Ihrer Kollegen. Sie genießen es, von Ihren Kollegen umgeben zu sein, und ihnen jederzeit Fragen stellen zu können, wenn diese auftauchen. Im Homeoffice ist das eher schwer und man ist häufig alleine.

· Selbstdisziplin muss sein – Ohne Selbstdisziplin haben Sie im Homeoffice nur ganz schlechte Karten. Zum einen kann die Ablenkung durch Familienmitglieder, Postboten oder Nachbarn sehr groß sein. Außerdem kann es dazu kommen, dass durch die physische Distanz die Motivation sinkt.

· Trennung von Beruf und Privatleben fällt schwer – Dadurch, dass es keine räumliche Trennung zwischen der Arbeit und dem Privatleben gibt, fällt auch die mentale Trennung schwer. Das kann dazu führen, am Abend im Bett zu liegen und sich dabei zu erwischen, dass man über ein laufendes Projekt nachdenkt.

 

 

 

Es ist ein Herzensprojekt für mich geworden, Menschen bei dem Streben nach einem erfüllten Berufsalltag zu unterstützen.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.